Die Bepflasterung auf dem Tibarg weist viele Stolperfallen auf Foto: kh

Tibarg – ein gefährliches Pflaster?

Bodenbelag in Niendorfs Fußgängerzone
hat Erneuerungsbedarf

Archiv| Views: 334

Dass die Pflasterung auf dem Tibarg mittlerweile
fast 35 Jahre alt ist, sieht man ihr auch an.
Obwohl an vielen Stellen Handlungsbedarf besteht,
ist eine Erneuerung derzeit nicht geplant.

Stolperfallen lauern eine Menge auf Niendorfs breiter und beliebter Einkaufsmeile. Wer den Blick nach unten richtet, dem fallen die Unebenheiten und Senken durch die permanente Nutzung von Fußgängern, Radfahrern aber auch Zulieferfahrzeugen vielerorts deutlich ins Auge.

Zentimeterhohe Höhenunterschiede gibt es vor allem an den Übergängen zwischen den unterschiedlichen Pflasterbelägen. Besonders für ältere Menschen ist das Laufen über den Tibarg daher hürdenvoll und nicht immer ungefährlich. Hinzu kommt die Tatsache, dass bei Eisglätte, aber auch bereits bei feuchter Witterung die Steine schnell sehr rutschig werden.

„Die Tibarg-Pflasterung ist seit Jahren Dauerthema bei all unseren Gesprächen mit Behördenvertretern und Politik und steht auf unserer Agenda ganz oben“, sagt Quartiersmanagerin Nina Häder als Sprecherin des BID Tibarg II und der Arbeitsgemeinschaft Tibarg (AGT). „In vielen anderen Quartieren investiert die Stadt in Neupflasterungen, zum Beispiel in der Osterstraße, der Großen Bergstraße in Altona und bald auch in der Frohmestraße. Warum nicht auch auf dem Tibarg?“ Die Finanzierung durch die Stadt konnte bislang jedoch nicht durchgesetzt werden. „Eine komplette Neupflasterung ist derzeit nicht geplant“, sagt Kay Becker, Sprecher beim Bezirksamt Eimsbüttel.

Handlungsbedarf bei drei Zentimetern Versatz
„Um die Stolpergefahren zu beseitigen, würde es im ersten Schritt bereits helfen, sämtliche Lunken und Stolpersteine zu entfernen beziehungsweise zu reparieren“, schlägt Häder eine Maßnahme vor, die überdies zeitnah erfolgen könnte. Tatsächlich bestehe Handlungsbedarf bei einem Versatz des Belags von drei Zentimetern in der ebenen Fläche. In dem Fall handele es sich um eine „Gefahrenstelle“, so Becker weiter: „Dies kontrollieren wir regelmäßig und beseitigen Schäden entsprechend, in diesem Jahr gab es bereits rund fünfmal entsprechende Maßnahmen.“ In den kommenden Wochen sei zudem eine erneute Kontrolle auch im Hinblick auf Senken und „Nahtstellen“ zwischen den einzelnen Pflasterungen geplant. Eine Beschwerdelage von Bürgern liege jedoch nicht vor.

Im Hinblick auf die Rutschfestigkeit der in die Jahre gekommenen Pflasterung wird von der Stadtreinigung aktuell eine spezielle Nassreinigung getestet, die unter Umständen eine merkliche Verbesserung der Oberfläche erzielen könnte. kh

Braucht der Tibarg einen neuen Straßenbelag?
Das sagen die Tibarg-Besucher zum Pflaster der Fußgängerzone

Muss man bei einem Bummel über den Tibarg besonders gut aufpassen, um nicht zu stolpern oder auszurutschen? Oder sind die Unebenheiten bislang gar nicht aufgefallen? Wochenblatt Redakteurin Katrin Hainke hat sich unter den Passanten in der Fußgängerzone umgehört, ob der Tibarg tatsächlich ein gefährliches Pflaster ist.

Siegrid Kahlburg (86), Niendorf:
Vor allem für Senioren, die mit dem Rollator oder einem Einkaufstrolley unterwegs sind, ist die Gefahr groß, über die vielen Unebenheiten zu stolpern. Problematisch ist besonders der Übergang von den roten Steinen zum grauen Kopfsteinpflastermuster. Einen einheitlichen Belag fände ich auf dem Tibarg sinnvoll und deutlich sicherer.

Heidi (und Jürgen) Heydeck (76), Niendorf:
Ich habe selbst eine leidvolle Erfahrung mit dem unebenen Pflaster gemacht, da ich hier vor einiger Zeit über eine Delle gestürzt bin und mir dabei die Hand und den Fuß gebrochen habe. Es wäre schön, wenn der Belag zumindest wieder ordentlich verlegt würde. Dass es teilweise so rutschig ist, liegt meiner Meinung nach an der Beschaffenheit der Steine und weniger an ihrem Alter.

Herbert Deisner (86), Niendorf:
Als gefährlich empfinde ich das Gehen und Fahren auf dem Tibarg nur bei Glatteis. Bislang ist mir hier nichts passiert, und auch mit dem Fahrrad empfinde ich das Fahren nicht als problematisch. Dass das Pflaster bereits so alt ist, war mir nicht bewusst. Meiner Meinung nach muss es aber nicht zwingend erneuert werden. Für mich ist der Zustand, so wie er ist, in Ordnung.

Lara Ranke (28), Lokstedt:
Bislang ist mir nicht aufgefallen, dass es in der Fußgängerzone rutschig ist oder es Stolpergefahren gibt. Auch wenn ich den Kinderwagen schiebe, habe ich keine Probleme. Sinnvoll fände ich allerdings, die Wege für Radfahrer und Fußgänger mit einer Markierung zu unterscheiden, um Unfälle zu vermeiden. Das wäre ja zum Beispiel mit einer entsprechenden Pflasterung möglich.

Margret Friede-Braun (64), Niendorf:
Zwar finde ich die Bepflasterung optisch sehr ansprechend, sie ist allerdings nicht praktisch. Im Winter ist es auf dem Tibarg glatt und selbst im Herbst bei feuchtem Wetter sehr rutschig. Ich selbst bin hier auch schon hingefallen. Vor allem für ältere Menschen ist das Gehen auf dem Belag gefährlich. Es sollte auf jeden Fall etwas getan werden, zumindest rutschfest sollte der Boden sein.

 

Comments are closed.