Das Bezirksamt Eimsbüttel behält seinen Chef Foto: ngo

Wahl-Sensation in Eimsbüttel

Gätgens bleibt im Amt. Grüne Kandidatin scheitert

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Faustdicke Überraschung bei der Bezirksamtsleiter-Neuwahl im Bezirk Eimsbüttel. Der amtierende Chef des Bezirksamts, Kay Gätgens (SPD), bleibt weiterhin im Amt. Die grün-schwarze Koalition im Bezirk wollte Gätgens (57) abwählen und durch die Grüne Katja Husen (43) ersetzen. Doch die Regierungs-Koalition erlitt mit ihrem Antrag Schiffbruch.

Katja Husen
fiel bei der
Wahl durch 
Foto: Grüne Hamburg

Für ihre Wahl zur Bezirksamtsleiterin hätte die Biologin Katja Husen 26 Stimmen benötigt. Gewählt wurde sie aber nur von 25 Abgeordneten. Beide Fraktionen, Grüne und CDU, verfügten bei der Wahl zusammen über 28 Stimmen. Bedeutet: Drei Mitglieder der Regierungsfraktion haben Husen nicht gewählt. Somit bleibt Gätgens, der nur 22 Stimmen erhielt, vorerst im Amt. Von den insgesamt 51 Abgeordneten der Bezirksversammlung hatten zwei Abgeordnete aus den Reihen der Opposition wegen Krankheit gefehlt.

In einer Debatte vor der Wahl hatte sich der amtierende Bezirksamtsleiter kämpferisch gegeben. „Ich fülle das Amt, für das ich vor drei Jahren auf sechs Jahre gewählt wurde, mit großer Begeisterung aus“, versicherte er in seiner Rede vor den Abgeordneten. Er verwies auf das Leitbild „Eimsbüttel 2040“, das in seiner Amtszeit entworfen wurde und mit dem die Zukunft des Bezirks geplant werde, u.a. mit bezahlbarem Wohnraum, mit viel Mobilität (U5) und viel Bürgernähe.

Kay Gätgens
bleibt Bezirksamtsleiter       Foto: ngo

„Schwerer Rückschlag für die Koalition“
Nach der Wahl erklärte Gätgens: „Ich bin sprachlos. Das kann ich gar nicht glauben. Mit meiner Rede, in der ich zum Ausdruck gebracht habe, mit wie viel Leidenschaft ich an meinem Amt hänge, habe ich vielleicht doch den einen oder anderen Abgeordneten aus der Regierungs-Koalition überzeugt.“ Katja Husen, die an diesem Abend nicht zu Wort vor der Bezirksversammlung kam, hatte sich die Wahl von den Zuschauerrängen aus angesehen. Zu dem Ausgang der Wahl wollte sie sich nicht äußern.

Die Fraktionen der Grünen und der CDU zogen sich nach der Wahl für eine halbe Stunde zurück, nicht nur um die  Wunden zu lecken sondern auch um neue Pläne zu schmieden. „Das Ergebnis ist ein schwerer Rückschlag für unsere Koalition“, erklärte Ali Mir Agha für die Fraktion der Grünen. „Wir werden uns aber nicht geschlagen geben.“

Schon in der Dezembersitzung der Bezirksversammlung streben Grüne und CDU eine erneute Wahl für ihre Kandidatin an. „So ein Debakel darf es dann aber nicht ein zweites Mal geben“, waren sich Rüdiger Kuhn für die CDU und Ali Mir Agha für die Grünen sicher. jen

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