Blick von Norden auf den Lärmschutzdeckel mit Kleingartenparzellen
Visualisierung: Deges/V-KON.media

Schnelsen-Deckel
wird jetzt „hübsch“

Vorarbeiten für den neuen Park in vollem Gange

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Während die „Restarbeiten“ zur Freigabe beider Tunnelröhren für den A7-Verkehr im Dezember auf Hochtouren laufen, wird seit Ende Oktober auch auf dem Lärmschutzdeckel kräftig gearbeitet.

Bevor das Bezirksamt Eimsbüttel voraussichtlich ab Mai 2020 mit den Landschaftsbauarbeiten für den neuen Park und die Kleingartenanlage auf dem Lärmschutzdeckel in Schnelsen starten wird, bereitet das Baukonsortium Via Solutions Nord (VSN) die Betonfläche für die Grünbepflanzung vor. „Derzeit ist geplant, mit 15 bis 20 LKW-Ladungen pro Tag den Lärmschutzdeckel mit einer etwa 90-Zentimeter-Erdschicht aufzufüllen“, sagt VSN-Sprecher Florian Zettel. Das sind insgesamt 35.000 Tonnen Erde für den Unterboden. Die Lkw-Fuhren sollen hauptsächlich über die Baustellenzufahrt im Vogt-Kock-Weg erfolgen.

Von der Qualität der Erde träume so mancher Gartenbesitzer, so Zettel. So wurde der Boden auf Wassergehalt, Trockendichte, Korngrößenverteilung, Verdichtungsgrad, Eisen-, Kalk-, und Humusgehalt sowie PH-Wert, Luft- und Feldkapazität überprüft. Aus diesem Grund konnte auch nicht der Erdaushub aus dem zweiten Regenrückhaltebecken in der Niendorfer Feldmark genutzt werden, da diese nicht den sehr hohen Qualitätsanforderungen entspricht (das Wochenblatt berichtete). Momentan wird auf einer kleinen Fläche auf dem Betondeckel geprüft, wie die 90 Zentimeter hohe Erdschicht „natürlich versackt und sich verdichtet“ (s. Foto). Es dürfe nicht zu einer Verdichtung mit anschließender Staunässe kommen, so Zettel. „Wir wollen einen Bodenaufbau erreichen, der optimal auf die Bedürfnisse der Kleingärtner und die Nutzung als Parkanlage abgestimmt ist“, sagt VSN-Sprecher Florian Zettel.

Ab Mai 2020 will dann das Bezirksamt Eimsbüttel die weiteren Arbeiten auf dem Deckel übernehmen. Aktuell kalkuliert das Bezirksamt mit einer Bauzeit von 17 Monaten bis zur endgültigen Fertigstellung im Herbst 2021. Die beiden Röhren des Lärmschutzdeckels in Schnelsen sollen am 9. Dezember für den A7-Verkehr geöffnet werden. Vor der kompletten Freigabe ist nochmal eine 55-Stunden-Sperrung notwendig.

Die Vollsperrung der A7 zwischen den Anschlussstellen HH-Eidelstedt und HH-Schnelsen-Nord findet von Freitag, 6. Dezember, 22 Uhr, bis Montag, 9. Dezember, 5 Uhr früh statt. Während der Sperrzeit wird die Verlegung des Richtungsverkehrs Süden im Tunnel Schnelsen vorbereitet. Nach der Sperrung wird auch die A7-Auffahrt HH-Schnelsen Richtung Hannover wiedereröffnet. Zunächst sind pro Röhre und Fahrtrichtung zwei statt drei Fahrspuren befahrbar. Der Grund: Es werden vollautomatische Mittelstreifenüberleitungssysteme (MÜLS) installiert. Diese sind notwendig, damit in einem Notfall beide Richtungsverkehre sicher durch eine Tunnelröhre geleitet werden können. Mitte Januar sollen dann pro Fahrtrichtung drei Fahrspuren zur Verfügung stehen.

„In Fahrtrichtung Hannover wird ab dem Tunnel Schnelsen der rechte Fahrstreifen als frühzeitige Ausfädelungsspur Richtung A23 eingerichtet, die beiden verbleibenden Fahrstreifen führen den A7-Verkehr in Richtung Hannover. Diese Verkehrsführung ist der Tunnelbaustelle Stellingen geschuldet und bleibt bis zur Fertigstellung des Tunnelbauwerks Stellingen bestehen“, erklärt Florian Zettel, Sprecher vom zuständigen Baukonsortium Via Solutions Nord. Eine gute Nachricht gibt es noch für die Anwohner der Holsteiner Chaussee und des Schleswiger Damms: Ab dem 9. Dezember ist der Schnelsen-Tunnel auch wieder für Gefahrgut-Transporte freigegeben. Dann rollt dieser Verkehr nicht mehr durch das Wohngebiet. (ng)

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