Schulleiterin Patricia Müller freut sich über die Unterstützung ihrer Schülerschaft Fotos: kk

Dritte Stunde:
Bäume retten!

Schule Döhrnstraße hilft bedrohter Buchenhecke

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Lautstark und viele Meter  lang war der sogenannte
„Unterrichtsgang“ am vergangenen Freitagvormittag:
Rund 500 Schüler mit Pädagogen und Eltern liefen
im großen Bogen durch die angrenzenden Lokstedter Straßen.
Ein Schelm, wer da an „Fridays for future“ denkt!

„Wir dürfen in der Schulzeit natürlich nicht demonstrieren“, erklärte Schulleiterin Patricia Müller. Es spricht aber nichts dagegen, im Rahhttps://www.niendorfer-wochenblatt.de/wp-admin/post-new.phpmen eines schulweiten Projekts einen thematischen Rundgang durch den Stadtteil zu machen. Das Thema, das derzeit alle mobilisiert, ist die geplante Herstellung einer Straße in der Döhrntwiete, die direkt an die Lokstedter Schule grenzt. Damit verbunden wäre die Abholzung einer intakten, jahrzehntealten Buchenhecke (das Niendorfer Wochenblatt berichtete). Ein Alptraum für die Schule Döhrnstraße, gegen den sie mit aller Kraft angeht.

Beim „Unterrichtsgang“ klatschen die Schüler minutenlang. Die fußballbegeisterten Drittklässler rufen: „Wir sind die Ultras vom FC Bäume!“ Die meisten rufen, „lasst die Bäume stehen“ und zeigen mit Blättern beklebte Schirme und liebevoll gestaltete Plakate. „Hier bekommen wir unsere Babys“, steht auf einem, das Eichhörnchen und Specht zeigt. Die Kinder sorgen sich tatsächlich in erster Linie um die Tiere, die der Verlust der Bäume betreffen würde. Dass ihr Schulhof vor allem im Sommer ohne die Buchenhecke kaum noch erträglich wäre, ist für sie zweitrangig.

Eltern, die den Rundgang begleiten, fühlen sich an die Wandertage ihrer Kindheit erinnert – in weitgehend unberührter Natur. Ihren Kindern möchten sie zumindest das Stadtgrün erhalten, das Lokstedt bisher ausmacht. Dass sie mit den rund 500 Schülern und dutzenden Lehrerinnen durch den Stadtteil ziehen, verfehlt nicht seine Wirkung:

Passanten bleiben – gewollt oder gezwungenermaßen – stehen. Sie informieren sich und staunen: Bäume sollen Asphalt weichen? In einer Zeit, in der allerorts Methoden zur Reduktion von CO2 diskutiert werden? Kopfschütteln ist die Folge.

Der NABU lobte die Aktion der Kinder und fordert statt der geplanten Abholzung „Baumaßnahmen mit Augenmaß“. Auch Lokalpolitiker würdigen den Einsatz der Schüler und setzen sich für „Bäume statt Straßenherstellung“ ein. Ernst-Christian Schütt, SPD-Mitglied der Bezirksversammlung aus Lokstedt, hält einen autogerechten Ausbau der Döhrn-twiete für „unnötig – Baumerhalt geht hier vor. Deswegen sollte eine Lösung unterhalb der geltenden Richtlinien und Anforderungen für die endgültige Herstellung der Straßen gefunden werden.“

„Spielstraße“ ist – nicht nur bei der Protestaktion – ein häufig geäußerter Vorschlag, der sicher auch im Sinne der Naturschützer der Schule Döhrnstraße wäre. kk

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