Vor-Ort-Termin: Die Brüder Axel (4.v.li.) und Thies Thiemann (3.v.li.), Nachbarin Karin Sahm (2.v.li.) mit den Bezirksamtsmitarbeitern Kay Becker (li.), Jennifer Schröder (2.v.r.) und Markus Weiler (r.)

Kontroverse über „Geistergraben“

Bezirksamt arbeitet an „ad-hoc-Maßnahme“

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Für Neubauten in der Straße Am Ree wurde ein Graben zugeschüttet.
Nachbarn klagen seitdem bei Starkregen über geflutete Grundstücke
und Keller. Anlieger hoffen bei einem Vor-Ort-Termin mit dem
Bezirksamt auf Lösungen.

Bei Unwetter wie Ende August wird das Grundstück von Axel Thiemann vom Regenwasser überflutet Fotos: ngo

Seit April sucht Axel Thiemann den Kontakt mit dem Bezirksamt Eimsbüttel. Sein Anliegen: Im Frühjahr wurde der Graben am Grundstück 29, das gegenüber seines Grundstücks liegt, zugeschüttet und als Baustellenzufahrt hergerichtet. „Weil das Regenwasser nicht mehr auf unbefestigten Flächen versickern kann, und die Straße ein starkes Gefälle hat, stehen seit April bei starkem Regen das Grundstück meines Bruders und mein eigenes unter Wasser“, sagt der Schnelsener. Bei dem Unwetter Ende August ging dann auch der Keller „baden“. Das zuständige Fachamt Management des öffentlichen Raumes (MR) Eimsbüttel reagierte bislang nicht auf die E-Mails von Thiemann.

Auf Wochenblatt-Nachfrage teilte das Bezirksamt im September zunächst mit, dass es in der Straße Am Ree keine Straßengräben gebe und diese in die Kategorie „der endgültig herzustellenden Straßen“ gehöre. Thiemann, der seit vielen Jahren in der Straße lebt, kann das nicht nachvollziehen: „Natürlich gab es vor den Bauarbeiten einen Graben, lange nicht gepflegt, aber durchaus in der Lage, Regenwasser von der Straße aufzunehmen.“ Dem 42-Jährigen geht es nicht um die erstmalige Herstellung der Straße, sondern nur um die Wiederherstellung des Grabens, damit sein Grundstück trocken bleibt.

Im November gab es einen Vor-Ort-Termin mit Bezirksamtsmitarbeitern, den Brüdern Axel und Thies Thiemann und weiteren Anliegern, die teils schon 60 Jahre in der Straße leben.

28. August: Die Kellerräume von Thies Thiemann

Gräben gebe es nicht, aber „Entwässerungs- und Versickerungsmulden“ seien vor einigen Häusern vorhanden, so MR-Leiter Markus Weiler und seine Kollegin Jennifer Schröder bei der Begutachtung vor Ort und Diskussionen mit den Anwohnern. Bislang hatte sich das Bezirksamt auf Street-View-Aufnahmen von 2008 und Kartierungen von 2017 gestützt. Da die öffentlichen Gräben laut der älteren Anwohner wegen mangelnder Pflege bereits vor 2008 teils verschüttet wurden, existieren nur noch Mulden.

Mit Blick auf die laufenden Bauarbeiten erklärt Bezirksamtssprecher Kay Becker, dass die temporäre Baustellenüberfahrt aus Asphalt nach Beendigung der Sondernutzung zurückgebaut werde. „Die Grundstückseigentümer haben jedoch grundsätzlich das Anrecht auf die Herstellung einer befestigten Überfahrt zu ihrem Grundstück. Ein Antrag hierfür liegt uns aber noch nicht vor.“

Weil Axel Thiemann und seinem Bruder das bei ihrem Überflutungsproblem nicht hilft, versprach MR-Leiter Markus Weiler, dass an einer „Ad-hoc-Maßnahme“ gearbeitet würde, damit das Regenwasser nicht mehr auf die Grundstücke läuft. Axel Thiemann hofft, dass diese Maßnahmen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Positiv sei schon mal, dass wenige Tage nach dem Vor-Ort-Termin das zentimetertiefe „Schlagloch“ in der Straße ausgebessert worden ist. ngo

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