Eine Verkehrsberuhigung oder eine Sprunginsel in der Süntelstraße würden für Tanja Nordhoff und andere Passanten für mehr Sicherheit sorgen Foto: Gotta

Ein Unfall ist genug:
Jetzt bitte handeln

Verkehrsberuhigung in der Süntelstraße?

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Die Süntelstraße in Schnelsen ist eine viel befahrene und teils
zugeparkte Straße. Trotz der engen Straßenführung und
Zebrastreifen drücken Autofahrer häufig kräftig aufs Gaspedal – mit
fatalen Folgen. Anwohner fordern Konsequenzen.

Der Schock bei Tanja Nordhoff sitzt immer noch tief, wenn sie an den 7. Oktober denkt. Die Bilder von dem angefahrenen Kind, das in der Süntelstraße auf dem Zebrastreifen liegt, gehen ihr nicht aus dem Kopf. Sie saß in ihrem Auto, ein paar Pkw hinter dem Unfallversucher – ihr kleiner Sohn hinten im Kindersitz.

„Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung“, sagt die junge Mutter. „Während meiner Elternzeit, in der ich die Zebrastreifen in der Süntelstraße fast täglich mit meinem Kind im Kinderwagen überqueren wollte, haben sehr häufig die Autofahrer trotz meines offensichtlichen Wunsches, die Straße zu überqueren, nicht angehalten. Selbst bei Handzeichen meinerseits sind die Autos sehr häufig weitergefahren, ohne auch nur nach links oder rechts zu schauen.“ Dass jetzt ein Kind auf dem offiziellen Fußgängerüberweg angefahren und schwer verletzt wurde, wundert die Schnelsenerin nicht.

Autofahrer bremsen nicht vor dem Zebrastreifen
Sie wohnt unweit der Süntelstraße und fährt täglich durch diese Straße. Viele Autofahrer beschleunigen, wenn sie Richtung Rellingen unterwegs sind. Aber auch in der Gegenrichtung gibt es Autofahrer, die den Fuß nicht vom Gaspedal nehmen und die Zebrastreifen ignorieren. „Dabei sind hier viele Schul- und Kitakinder, Krankenhausbesucher, ältere Menschen und Pendler der Bushaltestellen und AKN-Station unterwegs“, so Nordhoff. Direkt nach dem Unfall hat die junge Mutter die Polizei angeschrieben. „Wir brauchen hier Tempo 30 oder eine Verkehrsinsel, um die Süntelstraße sicherer zu machen“, so Nordhoff. Ihr Anliegen sei zwar berechtigt, so die Polizei, mögliche Maßnahmen müssten jedoch erst geprüft werden. „Ich hoffe, dass nicht noch ein weiterer Mensch zu Schaden kommen muss, bis sich hier etwas tut“, sagt die Anwohnerin.

Künftig wird in der Süntelstraße zwischen den Hausnummern 6 bis 32a Tempo 30 gelten Foto: ngo

Auf Wochenblatt-Nachfrage beim zuständigen Polizeikommissariat (PK) 24 gibt es gute Nachrichten für Fußgänger- und Radfahrer: Ein Teilabschnitt der Süntelstraße wird zur Tempo-30-Zone. Auf einer Länge von knapp 300 Metern müssen die Autofahrer zwischen den Hausnummern 6 und 32a künftig runter vom Gas.

Grundlage dafür sei die Hamburger Richtlinie zur Anordnung von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen (HRVV) zum Thema Tempo 30 im unmittelbaren Bereich von Krankenhäusern“, erklärt Thomas Piper, Leiter Prävention und Verkehr beim PK 24. Dem Bezirksamt liegt die Anordnung vor. Dort muss der Auftrag für die Straßenschilder ausgeschrieben werden. Einen konkreten Aufstellungstermin nennt das Bezirksamt auf Nachfrage nicht. Bezirksamtssprecher Kay Becker rechnet aber mit Ende des Jahres oder Anfang 2020 als Zeitfenster.  ngo

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