Symbolbild eines Kampfmittelfundes
Foto: Feuerwehr Hamburg

„Keine gewöhnliche Bombe“

In Schnelsen wurde ein gefährlicher Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg entschärft

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Die Entschärfung einer gefährlichen, englischen Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg sorgte am vergangenen Mittwoch für Aufregung in Schnelsen. Das Problem: „Es handelte sich nicht um eine gewöhnliche Bombe, sondern um eine besonders brisante“, so Torsten Wesselly, Sprecher der Feuerwehr Hamburg.

Und weiter: „Aufgrund des beschädigten Zündmechanismus‘ und der Beschädigung der Außenhaut der Bombe handelte es sich bei diesem Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes um einen ‚Ritt auf der Rasierklinge‘. Es herrschte permanent Explosionsgefahr. Oft sind die Bomben unversehrt, diese hatte gezündet, war nur noch nicht explodiert. 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz, die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren aus Eppendorf, Altona und Lemsahl habe sehr gut geklappt. Die Freiwilligen Feuerwehren verfügten jeweils über bestimmte Fachkomponenten, erklärte Wesselly.

Nachdem die Evakuierung des Areals in einem Umkreis von 300 Metern beschlossen war, half auch der Transportzug des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beim zum Teil schwierigen Transport von einigen bettlägerigen Bürgern. Insgesamt etwa 400 Personen mussten das Sperrgebiet verlassen, so der Feuerwehr-Sprecher. In der Schule Hinter der Lieth war eine Notunterkunft eingerichtet worden.

A7 gesperrt
„Die Entschärfungsaktion in Schnelsen war eine der gefährlichsten Aktionen der vergangenen Jahre“, sagte Peter Bodes, Leiter des Kampfmittelräumdienstes dem Sender NDR 90,3. Da die Bombe auf der Wiese hinter dem Sassenhof in der Nähe der Autobahn lag, musste auch die A7 in beide Richtungen gesperrt werden. Auch der Luftraum war gefährdet – bei einer Explosion dehnt sich der Druck nach oben aus – und musste deshalb relativ frühzeitig für überfliegende Flugzeuge und Hubschrauber zunächst teilweise, später voll gesperrt werden, erklärte Wesselly. Einer Erschütterung der Bombe musste vorgebaut werden. Die Entschärfung des gefährlichen Säurezünders gelang den Experten des Kampfmittelräumdienstes am späten Mittwochabend, bestätigte die Polizei.

Bei Sondierungsarbeiten am Mittwochnachmittag hatten Arbeiter in der Nähe des Sassenhofs den 500 Kilo schweren Blindgänger gefunden. Etwa drei Meter tief steckte er in der Erde. Das Heck, die Seite, auf der sich der Zünder befand, war unten. Polizeisprecher Torsten Wesselly: „Es war ein sehr personal- und arbeitsintensiver Einsatz.“ (cc)

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