Kein Problem: Tagsüber sieht der Busfahrer die Fahrgäste an der Haltestelle „Grotkoppelweg“
Foto: ngo

Fahrgäste stehen
hier im Dunkeln

Bushaltestelle schon über ein Jahr ohne Licht

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Seit mehr als einem Jahr ist die Haltestelle „Grotkoppelweg“ der Buslinie 191 in Richtung Niendorf Markt ohne Strom. Das hat unangenehme Folgen für die Hochbahn-Kunden. Das Wochenblatt fragt nach.

Günter Locker und fünf weitere Hochbahn-Kunden warten in der Dunkelheit an der Haltestelle Grotkoppelweg auf den 191er in Richtung Niendorf Markt. Der 67-Jährige stellt sich auf den Garstedter Weg, damit der Busfahrer die Wartenden sehen kann. Dieses waghalsige Manöver hat der Niendorfer bereits häufiger riskiert. Das Problem: Die Bushaltestelle ist seit mehr als einem Jahr ohne Strom. Dadurch funktioniert weder die Leuchtröhre oben am Haltestellendach noch die Leuchtreklame in der Glaswand. Die Folge: Die Wartenden stehen früh morgens und am Abend im Dunkeln, so dass Busfahrer häufig vorbeifahren, weil sie die Fahrgäste nicht sehen.

„Ich habe kein Auto und bin auf den Bus angewiesen. Wenn ein Fahrer uns übersieht, muss ich 20 Minuten auf den nächsten Bus warten“, ärgert sich der Rentner. Seit Herbst 2018 hat Locker immer wieder Busfahrer auf das Problem angesprochen. „Die Hochbahn ist für die Instandhaltung der Busstationen nicht zuständig lautete die Antwort“, so Locker. Das bestätigte ihm auch der telefonische Kundenservice der Hochbahn. Der Mitarbeiter versprach aber, das Lichtproblem an die zuständige Firma weiterzuleiten. Das war vor mehr als sechs Monaten.

„In den Sommermonaten war das Problem kleiner, weil es abends länger hell blieb. Aber jetzt beginnt die dunkle Jahreszeit“, sagt Locker. Zuständig für die Instandhaltung der Busstation ist die Firma Wall GmbH mit Sitz in Berlin. Sie gehört zur JCDecaux-Gruppe und ist für die Außenwerbung an den Bushaltestellen zuständig. Dort ist das Problem bekannt. „An der Bushaltestelle Grotkoppelweg kam es im Herbst 2018 aufgrund eines Verkehrsunfalls zu einem Totalschaden der Wartestation“, sagt Wall-Sprecher Christian Knappe auf Wochenblatt-Nachfrage. Dabei seien auch der Stromanschluss und die Stromzuleitung zerstört worden.

„Leider ist es bis heute nicht gelungen, den Stromanschluss wiederherzustellen. Wir bedauern sehr, dass Fahrgäste dadurch Unannehmlichkeiten ertragen müssen. Unsere Service-Mitarbeiter suchen jetzt zusammen mit dem örtlichen Energieversorger nach einer Lösung.“ Wann es wieder hell sein wird an der Bushaltestelle, kann der Wall-Sprecher Christian Knappe nicht sagen. Durch die Wochenblatt-Anfrage sei das Problem aber wieder in den Fokus gerückt. Bis auf Weiteres werden Bus-Nutzer also noch im Dunkeln stehen. (ngo)

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