Grünen-Kreischef Till Steffen (3.v.li.) und CDU-Kreischef Rüdiger Kruse (2.v.r.) zeigen den unterschriebenen Koalitionsvertrag
Foto: Grüne Eimsbüttel

Was Grün-Schwarz so alles plant

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

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Seit einer Woche regieren in Eimsbüttel die Grünen mit dem kleineren Koalitionspartner CDU. Oberste Priorität für das neue Bündnis hat die Verkehrswende. Was das für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen bedeutet.

Mit ihren Unterschriften unter dem Koalitionsvertrag haben die beiden Kreisvorsitzenden Till Steffen (Grüne) und Rüdiger Kruse (CDU) den Machtwechsel in Eimsbüttel offiziell vollzogen. Dreh- und Angelpunkt des Vertrages ist eine neue Verkehrspolitik zugunsten von Fußgängern und Radfahrern. Einbahnstraßen, Sackgassen, Fahrradstraßen, Spielstraßen und Durchfahrtsverbote, Anwohnerparken, mehr Tempo-30-Straßen, sowie eine autofreie Straße pro Stadtteil sollen den Straßenraum neu verteilen.

„Ich freue mich, dass Lokstedt, Niendorf und Schnelsen in den Fokus rücken. Dort möchten wir attraktive Zentren gestalten, und in Lokstedt wie auch in flughafennahen Teilen Niendorfs, Bewohnerparken einführen. Die Radinfrastruktur dieser Stadtteile muss wachsen, nur so wird Radfahren auch hier eine echte Alternative zum Auto“, sagt Ali Mir Agha, Co-Fraktionschef der Eimsbütteler Grünen. Der CDU-Fraktionschef Rüdiger Kuhn nennt neben der Verkehrswende folgende Schwerpunkte: „Die Stärkung und Weiterentwicklung aller Stadtteilzentren mit Neuplanung in Lokstedt und Umgestaltung der Frohmestraße. Wirtschaft und Handwerk werden in den äußeren Stadtteilen gestärkt und mit dem Wohnen verbunden. Soziale Angebote wie das Bürgerhaus Lenzweg oder die Alte Schule erhalten Unterstützung.“ Für eine zügige Umsetzung ihrer Pläne setzen die Grünen mit Hilfe der CDU auf eine neue Bezirksamtsleitung. Katja Husen (Grüne) soll Bezirksamtschef Kay Gätgens (SPD) vorzeitig per Misstrauensvotum ablösen. Der geplante Personalienwechsel sorgte in der Bezirksversammlung Ende September für kontroverse Diskussionen.

Die Pläne im Überblick
> Tempo 30: In den Straßen Lohkoppelweg, Nedderfeld, Niendorfer Straße, Oldesloer Straße, Paul-Sorge-Straße, Wählingsallee.

> Verkehrsprojekte: Umbau der Grelckstraße (ggf. Durchfahrtssperre). Durchfahrtssperre des Niendorfer Geheges im Testversuch (sonntags und nachts). Wegfall der Radwege im Garstedter Weg zugunsten einer vorfahrtsberechtigten und frei für Anlieger ausgeschilderten Fahrradstraße im König-Heinrich-Weg. Aufwertung des Fuß- und Radverkehrs im Schleswiger Damm. Oldesloer Straße und Wählingsallee fuß- und radfreundlich umbauen.

> Veloroute 3: Statt durch Grandweg, Grelckstraße und Rütersbarg soll die Route durch Lohkoppelweg, Lohbekstieg, Emil-Andresen-Straße, Döhrnstraße, Oddernskamp, Niendorfer Straße führen.

> Fahrradnetz: Radwegeausbau in Schnelsen. Verbesserte Radverbindungen zwischen Schnelsen-Eidelstedt, Niendorf-Eidelstedt und Lokstedt-Stellingen.

> ÖPNV: Die U5 soll über den Siemersplatz zu den Arenen fahren. Ausbau der Buslinien 21, 24, 191, 391 181.

> Bürgerbus: Der für Niendorf-Ost geplante ehrenamtliche Bus könnte auch in Schnelsen fahren.

> Stadtteilzentren: Neuer Mix von Gewerbe, Einzelhandel und Wohnungsbau am Tibarg. Stärkung des Zentrums Niendorf-Nord. Neugestaltung der Frohmestraße. Neues Stadtteilzentrum in Lokstedt.

> Wohnungsbau: In Lokstedt und Teilen von Niendorf soll der Drittelmix beim Wohnungsbau auf 50 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen steigen.

> Kinder/Jugend: Jugendarbeit in Lenzsiedlung, Burgwedel und Schnelsen-Süd absichern.

> Integration/Kulturelle Vielfalt: Stadtteilzentren und Bürgerhäuser in Schnelsen und Lokstedt weiterhin fördern. Die Geflüchteteninitiative „Wir für Niendorf“ absichern.

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