Das Relief und die Lebensdaten des Niendorfer Dichters Joachim Mähl (1991) Foto: privat

Relief verschwunden

Nach Ausbau Hinweise auf Joachim Mähl fehlen

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In der U-Bahn-Station Joachim-Mähl-Straße fehlt
nach dem barrierefreien Ausbau jeglicher Hinweis
auf den Niendorfer Namensgeber.

Nach drei Jahren Bauzeit hat die U-Bahn-Station in der Paul-Sorge-Straße zwei Aufzüge und einen dritten Treppenaufgang. Was aber seitdem fehlt ist jeglicher Bezug zum Namensgeber Joachim Mähl (1827-1909). Der Niendorfer Lehrer und Rektor machte sich als niederdeutscher Dichter einen Namen. Seit der Eröffnung der U-Bahn-Station im März 1991 zierte ein Relief von Mähl und eine Tafel mit seinen Lebensdaten die Wand im Zwischengeschoss zwischen Bahnsteigen und Straße. Zusätzlich erinnerten Bauernhaus-Motive an das einst ländliche Niendorf. Diese Gestaltung schätzen auch die Anwohner, wie Gertrud Sommerfeld. Die 76-Jährige lebt sein 1976 in der Joachim-Mähl-Straße und freute sich bei der Eröffnung 1991 über die bildlichen Bezüge zum Stadtteil. „Jetzt ist da nur noch eine nüchterne weiße Wand zwischen den Treppenzugängen“, bedauert die Hochbahn-Kundin. „Ich würde mich freuen, wenn die Hochbahn wieder an den Heimatdichter erinnern würde“, so die Rentnerin.
Auch die Politiker in der Eimsbütteler Bezirksversammlung setzen sich für die Wiederanbringung des Reliefs ein.
Auf Wochenblatt-Nachfrage erklärt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum, dass sich der Wandfliesenbelag bereits vor dem Umbau großflächig gelöst habe, auch im Relief-Bereich. „Im Zuge des barrierefreien Ausbaues wurde nun eine komplette Erneuerung der Wandbeläge und damit eine Neugestaltung der Haltestelle vorgenommen.“ Ein Erhalt des Reliefs sei dabei von keiner Seite thematisiert worden. „Eine Nachbildung des Reliefs sehen wir nicht vor. Es würde auch nicht mehr zur Neugestaltung der Haltestelle passen. Ob wir eine Gedenktafel anbringen können, prüfen wir zurzeit“, erklärt der Hochbahn-Sprecher. (ngo)

 

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