An der AKN Haltestelle Schnelsen wird aktuell eine Bike+Ride Anlage zusammen mit einer StadtRAD-Station installiert
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Kein Sharing in Schnelsen?

Stadtteil ist von Hamburger Mobilitätsdiensten „abgeschnitten“

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Ob Car-, Ride- oder Bikesharing, die modernen Mobilitätskonzepte boomen und sind auch in Hamburg auf dem Vormarsch. Während Lokstedter und Niendorfer bereits viele der mobil-flexiblen Angebote in Anspruch nehmen können, sind Schnelsener bislang davon ausgeschlossen.

Um Geld zu sparen und dennoch sicher und bequem nach Hause zu kommen, wollte Sandra Kleinhans aus Schnelsen den neuen Ridesharing-Service „MOIA“ nutzen. „Als letzte mögliche Haltestelle zeigte mir die App jedoch den Perckentinweg/Vielohweg in Niendorf an.“ Zu weit entfernt, um nachts den Weg bis ins Märchenviertel zu Fuß zurückzulegen. Dies ist nur ein Beispiel: „Schnelsen ist von allen Sharing-Angeboten abgeschnitten“, meint die Schnelsenerin: „Es wäre toll, wenn wir auch am Stadtrand die Möglichkeit hätten, Nutznießer dieser mobilen Konzepte zu sein.“

Auf Nachfrage reagiert MOIA: „Zurzeit befinden wir uns im Aufbau und decken mit etwa 130 Fahrzeugen ein Gebiet von 200 Quadratkilometern ab“, so Pressesprecher Christoph Ziegenmeyer: „Eine schrittweise Erweiterung auf zunächst 500 Fahrzeuge in den ersten beiden Jahren ist aber bereits geplant und genehmigt.“ Schnelsen werde dann im Geschäftsgebiet liegen.

Keine Ausweitung vorgesehen
Weniger konkret sind die Pläne beim Carsharing: „Derzeit ist keine Erweiterung vorgesehen“, so Niklas Merk, Pressesprecher von Share Now Carsharing (DriveNow und car2go): „Sofern eine gewisse Auslastung gewährleistet ist, liegt Schnelsen aber im Bereich des Möglichen. Dies prüfen wir anhand von regelmäßigen Evaluierungen.“ Aktuell können Schnelsener vor Ort aber noch kein Carsharing-Angebot nutzen. Sandra Kleinhans gibt zudem zu bedenken: „Wer andersherum nach Schnelsen mit einem Sharing-Car kommt, muss während der gesamten Standzeit Miete zahlen, da der Stadtteil eben nicht zum Geschäftsbereich der einzelnen Anbieter gehört.“

Auch die Hamburger Hochbahn, die gemeinsam mit dem Anbieter VOI in den Hamburger Randbezirken Berne und Poppenbüttel mit dem Pilotprojekt „Per E-Scooter zur Bahn“ gestartet ist, möchte nichts versprechen: „Eine Ausweitung des Projekts auf Schnelsen ist momentan nicht vorgesehen“, reagiert die Pressesprecherin der Hamburger Hochbahn Constanze Dinse auf Nachfrage.

Für den Bereich Bikesharing gibt es dagegen sehr konkrete Planungen. „Das StadtRad-System wird bis 2022 deutlich ausgeweitet“ erklärt Susanne Meinecke, Pressesprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Für Schnelsen sind vier StadtRAD-Stationen geplant.“ Die erste an der AKN-Haltestelle Schnelsen soll sogar bis Ende September in Betrieb genommen werden. kh

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