Anwohnerin Elke Bernhardt wenige Tage nach dem Unwetter an ihrem Zaun. Auf der anderen Seite sind Vielohgraben und der Wanderweg wieder sichtbar
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Die Folgen der „Sturzflut“

Perckentinweg: Keller laufen immer wieder voll. Gräben zugewuchert

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Bei Starkregen stehen in Niendorf und Schnelsen Keller und Grundstücke regelmäßig unter Wasser. Die öffentlichen Straßengräben können die plötzlichen Wassermassen nicht aufnehmen.

Die Folgen des Unwetters, das Ende August über Niendorf fegte, spüren Elke Bernhardt und viele ihrer Nachbarn im Perckentinweg noch Tage später. „Der Hagel und die Wasserfluten haben unser Garagentor eingedrückt. Es war wie eine Sturzflut. Im Keller stand das Wasser 80 Zentimeter hoch“, sagt Bernhardt. Bei 100 Quadratmetern Kellerfläche sind das gut 80.000 Liter Wasser. Die Feuerwehr konnte das Wasser gar nicht abpumpen. „Die Siele waren übervoll. Nach einer halben Stunde hat die Feuerwehr das Wasser in den Vielohgraben geleitet.“ Sie und ihr Partner Helmut Karl mussten fast den gesamten Hausrat aus dem Keller entsorgen. Die Rentnerin schätzt den Schaden auf 10.000 Euro, die Kosten für den Feuerwehreinsatz und für die erneuten Isolierungsarbeiten am Haus nicht eingerechnet. Dazu kommt der immaterielle Schaden wie Familienfotos. Familie Bernhardt/Karl will jetzt die Garage zumauern. „Wir haben den Keller erst 2016 isolieren lassen. Ende 2017/18 stand unser Straßenabschnitt auch schon unter Wasser“ (das Wochenblatt berichtete).

Wasser fließt nicht ab
Die Abwasserproblematik stand 2018 zwar auf der Agenda der Kommunalpolitik. Ein neues Abwasser- und Regenkonzept gibt es aber nicht. Dabei müssten die Gräben dem Klimawandel und der Nachverdichtung angepasst werden, forderten Bernhardt und ihre Nachbarn bereits 2018. Das Problem: Ihr Haus und die weiteren Grundstücke liegen zwischen Vielohgraben und den öffentlichen Straßengräben am Perckentinweg. Bei Starkregen sind diese überfordert. „Den Grabenabschnitt vor der Tür lassen wir auf unsere Kosten mähen und reinigen.“ Doch das Wasser fließt nicht ab, da die anderen Abschnitte zugewachsen sind.

Wenn der Bezirk die Gräben reinigt, bleibt der Rasenabschnitt liegen und fällt zurück in den Graben. Bezirksamtssprecher Kay Becker sagt, dass die Gräben am Perckentinweg zuletzt im Februar von die Stadt gemäht wurden. Die nächste Reinigung sei Anfang 2020 geplant. Die Böschungen des Vielohgrabens wurden zuletzt im November 2018 gemäht. Die diesjährige „Herbstmahd“ läuft  bis Ende November. Elke Bernhardt hofft, dass es im Herbst und Winter nicht wieder so stürmt. ngo

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