Audrey-Krause-Roehrig (2.v.r.), Ehemann Elmar Krause (r.) und ihre Nachbarn finden auch nach drei Jahren Bauzeit keine Ruhe
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Treppen-Ärger erreicht Politik

Grün-Schwarz Hochbahn soll nachbessern

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Die neue Treppe der U2-Station Joachim-Mähl-Straße setzt die direkten Anwohner einer massiven Lärm- und Geruchsbelastung aus. Jetzt schaltet sich die Bezirkspolitik ein.

Die Treppe in der Paul-Sorge-Straße wurde im Zuge des barrierefreien Ausbaus der U-Bahn-Station gebaut. Nach drei Jahren Baulärm freuten sich die Anwohner wieder auf Ruhe in ihren Gärten und Häusern. Doch seit Juli dringt nun der Lärm der U-Bahn-Züge inklusive der Bremsgeräusche und Türsignale bis in die Schlafzimmer. Die Anwohner klagen auch über Geruchsbelästigungen und hatten sich, wie berichtet, mehrfach an die Hochbahn gewandt.

Am 12. September werden Grüne und CDU im Hauptausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel in einem Antrag Abhilfe fordern. „Der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Station ist natürlich begrüßenswert. Aber offensichtlich hat niemand an die Lärmbelästigung durch den engen Treppenaufgang gedacht. Wir fordern, dass die Hochbahn zügig nachbessert“, sagt Robert Klein (Grüne).

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Marc Schemmel hat sich mit den Anwohnern vor Ort getroffen: „Wir sind mit den berechtigten Hinweisen der Anlieger an Behörde und Hochbahn herangetreten. Uns wurde versichert, dass die Angelegenheit zeitnah und intensiv geprüft wird. Wir hoffen, dass hier nun schnell Lösungen gefunden werden.“

Reaktionen der Hochbahn
Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum hatte Mitte August auf Wochenblatt-Nachfrage erklärt: „Selbstverständlich werden wir hier den direkten Dialog mit den Anwohnern suchen – vor allem auch, ob und welche Maßnahmen wir ergreifen werden.“

Anwohnerin Audrey Krause-Roehrig hat andere Erfahrungen mit dem Kundendialog der Hochbahn gemacht. Anfang September rief sie dort an, da ihre Mails vom Juli nicht beantwortet worden waren. Der Mitarbeiter sagte, dass sie sich mit der Situation abfinden solle, es ginge nur um ein paar Anwohner. „Ich war sprachlos“, sagt Krause-Roehrig, „ist das die Art von Dialog, den die Hochbahn pflegt?“ Offenbar nicht. Auf erneute Wochenblatt-Nachfrage bestätigt der Hochbahn-Sprecher, dass ein Gutachter für schalltechnische Untersuchungen beauftragt wurde. „Wir stimmen uns derzeit mit dem Gutachter zur Verfahrensweise und den Terminen ab und streben an, im Oktober erste Ergebnisse zu haben“, so Kreienbaum: „Die Anwohner werden selbstverständlich über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen informiert“.

Der Kundendialog hat ein „persönliches Gespräch“ zugesichert. Audrey Krause-Roehrig: „Ich gebe der Hochbahn jetzt ein Vertrauensvorschuss.“ ngo

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