Neue Machtverhältnisse: Das Bezirksamt Eimsbüttel soll künftig von einer Frau geleitet werden
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Bezirksamt wird weiblich

Katja Husen soll Kay Gätgens ablösen

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Die künftigen Eimsbütteler Koalitionspartner Grüne und CDU haben sich auf eine neue Bezirksamtsleiterin geeinigt. Damit sind die Amtstage des aktuellen SPD-Bezirkschefs gezählt.

Das Bezirksamt Eimsbüttel wird künftig wohl von einer Frau geführt. Katja Husen, seit 1997 bei den Grünen und von 2004 bis 2008 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, hat sich erfolgreich bei der Grünen-Bezirksfraktion für den Bezirksamtsposten präsentiert. „Katja Husen hat bei dem Gespräch die Fraktion extrem überzeugt und gezeigt, dass sie Führung kann und will. Das Zutrauen in ihre Fähigkeiten ist groß, dabei wirkt sie äußerst authentisch, sympathisch und sehr offen“, sagt Ali Mir Agha, stellvertretender Grünen-Fraktionschef. „Es ist wichtig, dass wir mehr Frauen mit den notwendigen Kompetenzen in Führungspositionen integrieren“, so Grünen-Fraktionschefin Lisa Kern. Die Grünen, die bei den Bezirkswahlen im Mai mit 37,3 Prozent die SPD (23,1) im Bezirk klar überholten, stoßen mit ihrer Wahl bei der CDU auf Zustimmung. Die 43-jährige Biologin arbeitet als Geschäftsführerin des Zentrums für Molekulare Neurobiologie Hamburg sowie des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am UKE.

Die Grünen hatten sich nach der Wahl gegen den früheren Koalitionspartner SPD entschieden und verhandeln nun mit der CDU. Mit den neuen Machtverhältnissen im Bezirk fordern die Grünen auch eine grüne Bezirksamtsleitung. Damit wird Gätgens, der Ende 2016 von Rot-Grün für sechs Jahre gewählt wurde, sein Büro vorzeitig räumen müssen.

Der Eimsbütteler CDU-Kreischef und CDU-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse unterstützt die Personalie: „Ich kenne Frau Husen aus meiner Zeit in der Bürgerschaft. Sie hat Energie, ist pragmatisch, bleibt konsequent am Ball und ist verbindlich. Management-Aufgaben sind ihr von ihrer heutigen Aufgabe vertraut. Wir wollen als Partner im Bezirk eng zusammenarbeiten, da kommt es sehr auf die Person an, die das Bezirksamt führt. Dafür ist sie sehr geeignet.“

Vorwurf der Postenpolitik
Das sieht der Eimsbütteler SPD-Fraktionschef Gabor Gottlieb anders: „Kay Gätgens ist bürgernah, beliebt und kennt den Bezirk in- und auswendig. Dass Grüne und CDU ihn vor der Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit abwählen, ist reine Postenpolitik. Zudem bricht Grün-Schwarz damit, neue Bezirksamtsleitungen transparent per öffentlicher Ausschreibung auszuwählen, anstatt sie nur nach Parteibuch zu besetzen.“

Sobald Grün-Schwarz offiziell ist, könnte Husen noch in diesem Jahr Gätgens ablösen. Grüne und CDU müssten dafür in der Bezirksversammlung einen Antrag zur Wahl einer neuen Bezirksamtsleitung stellen. Geht dieser durch, ist Kay Gätgens automatisch abgewählt. Bis dahin will sich Katja Husen bei den anderen Fraktionen vorstellen, und um Zustimmung werben. ngo

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