Die Gründerin der Stiftung „Ein Platz für Kinder“: Johanna Ruoff (li.) und Britta Wilkens Fotos: kh

Hier können
Kinderseelen heilen

Fünf Jahre Kinderschutzhaus Mattisburg

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Schwerst traumatisierte Kinder finden seit
fünf Jahren einen Zufluchtsort auf Zeit im
Kinderschutzhaus Mattisburg in Schnelsen.

Von außen wirkt das moderne, mit hellem Holz verkleidete Gebäude wie jedes andere in der von Einfamilienhäusern geprägten Wohngegend. Lediglich ein buntes Pappschild mit der Aufschrift „Mattisburg“ hinter der gläsernen Eingangstür gibt einen Hinweis darauf, dass es nicht die „ganz normale“ Familie ist, die hier wohnt.

Mitten in einem Schnelsener Wohnviertel befindet sich das Kinderschutzhaus Mattisburg

Sechs Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren leben hier für bis zu 24 Monate. Sie alle vereint ein ähnliches Schicksal: Sei es durch körperliche Gewalt, durch sexuellen Missbrauch oder durch elterliche Vernachlässigung – alle haben schwere Traumatisierungen erfahren. „In die Mattisburg kommen Kinder, die uns das Jugendamt zuweist, und die extreme Auffälligkeiten im Verhalten zeigen“, sagt Johanna Ruoff, Gründerin und Vorstand der Stiftung „Ein Platz für Kinder“, die das Projekt mit weiteren bundesweiten Standorten mit der „D. und H. Urban-Stiftung“ ins Leben gerufen hat. Die Mattisburg in Schnelsen gibt es seit 2014 als Schutzhaus, das vor Ort vom Verein „Großstadt-Mission Hamburg-Altona“ betrieben wird.
In einer Eins-zu-Eins-Betreuung kümmern sich 15 Mitarbeiter, darunter Sozial-, Psychotherapeuten und Erzieher mit spezieller Trauma-Ausbildung, rund um die Uhr um die verletzten Kinderseelen. „Wir betreuen die Kinder liebevoll, geben feste Alltagsstrukturen vor und möchten Vertrauen gewinnen“, so Ruoff. Im Vordergrund der Arbeit steht die Diagnostik. „Ohne zu bedrängen, sondern durch Beobachtung und kindgerechte Therapien versuchen wir herauszufinden, was tatsächlich geschehen ist.“
Um den Kindern zusätzliche Sicherheit in ihrem Zuhause auf Zeit zu garantieren, gibt es zwei Hauseingänge – einer für Kinder und einer für die Eltern, die einmal in der Woche zu Besuch kommen. „Damit ziehen wir klare Grenzen. Die Kinder haben zudem das Recht, den Kontakt zu verweigern“, erläutert die Vereinsgründerin. Nach spätestens zwei Jahren wird entschieden, ob die Kinder zurück zu den Eltern gehen, zu Pflegeeltern oder in spezielle Wohngruppen kommen. Für den Weg in ein kindgerechtes Leben können die Kinder die Mattisburg auf jeden Fall mit einer neuen Sicherheit und gewachsenem Selbstvertrauen verlassen. kh

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