Die Forscherinnern von POMIKU Annette Abel (li.) und Astrid Wonneberger Fotos: mf

Forschungsobjekt
Lenzsiedlung

Zusammenleben in der Großwohnsiedlung

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Wie entwickeln sich Familienkulturen in der Lenzsiedlung,
wo zahlreiche Bewohner einen Migrationshintergrund haben?
Damit beschäftigt sich das Forschungsprojekt POMIKU.

Die Abkürzung steht für „Postmigrantische Familienkulturen“ und wird gemeinsam von der HAW Hamburg, der Universität Hamburg und dem Verein Lenzsiedlung bis zum Sommer 2022 in den Fokus genommen. Was sperrig klingt, ist in der Lenzsiedlung sehr lebendig. Und der Grund, warum die Großsiedlung in Lokstedt bundesweit für das Projekt ausgewählt wurde: Der Migrationsanteil beträgt hier mehr als 70 Prozent und mit mehr als 30 Prozent ist gleichzeitig der Anteil der Familien an den mehr als 1200 Haushalten überdurchschnittlich hoch. Hinzu kommt, dass unter anderem der Verein Lenzsiedlung in dem ehemaligen Problemgebiet eine gute soziale Infrastruktur geschaffen hat. „Wir müssen anerkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist“, stellt Dr. Astrid Wonneberger von der HAW Hamburg zur Ausgangslage des Forschungsprojektes klar und umreißt Fragen und Ziele des Projektes: „Was heißt eigentlich Migrationshintergrund und postmigrantisch? Was gelingt in der Lenzsiedlung, was nicht? Letztlich sollen Handlungsempfehlungen dazu erarbeitet werden.“

Gummitwist auf der Straße hat eine Bewohnerin mit Playmobil nachgebaut

Familienkulturen
Im Zuge von Zuwanderung kommen Familienkulturen miteinander in Berührung, beeinflussen sich gegenseitig und können sich dadurch verändern. Annette Abel vom Verein Lenzsiedlung schafft vor Ort konkrete Angebote wie Ausstellungen oder das Erzählcafé, um mehr über das familiäre Leben der Bewohner zu erfahren. „Manchmal sind andere Bezugspersonen wichtiger als die klassische Familie“, hat sie beobachtet. Und auch, dass Senioren im Erzählcafé höchst interessiert am Leben einer 20-jährigen türkischen Studentin waren. „Das ist ein Ort, um mit offenen Ohren für unsere Themen dazusitzen!“ erzählt Abel. Das Erzählcafé findet alle sechs Wochen im Café Büchner (Julius-Vosseler-Straße 193) statt. Dort sind auch die ersten Erinnerungskästen mit persönlichen Objekten von Bewohnern zu sehen. mf

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