Überfordert mit der Grabpflege sind bisweilen die Angehörigen. Ein Pflegeauftrag für den Friedhof könnte helfen

„Naturnah mit gepflegter Erscheinung“

Friedhofsverwaltung und Kirche Niendorf reagieren auf Kritik

Archiv| Views: 946

Wird der Neue Niendorfer Friedhof nicht ausreichend
gepflegt? Eine Wochenblatt-Leserin warf diese Frage auf,
und Friedhof und Kirche haben geantwortet.

Während der vordere Teil bis zur Kapelle stets tiptop aussieht, kritisiert die Leserin den Zustand weiter hinten. Pastor Daniel Birkner weist darauf hin, dass der Friedhof nach Jahren mit zu wenig Personal immer noch dabei sei, Rückstände aufzuarbeiten – nicht ganz einfach bei warmem Wetter mit Regen im Wechsel, denn das Grün wächst dann enorm.

Erst gießen, dann schneiden
Pastor Birkner gibt auch zu bedenken, dass in erster Linie die Grabfelder in einem festen Rhythmus gepflegt werden müssen: „Das kann natürlich dazu führen, dass eine Grabanlage erst nach einigen Wochen wieder dran ist und dann stärker zuwächst.“ Der derzeitige Friedhofsleiter Jan Lescow betont, dass 2018 und im laufenden Jahr intensiv gegen die Trockenheit gekämpft werden musste, sogar Bäume würden schon absterben: „Da wir also viel Arbeitszeit durch das Gießen verlieren, können wir uns nicht ganz so intensiv um den ab Juli beginnenden Heckenschnitt kümmern.“

Vor Ort nahm das Wochenblatt den hinteren Friedhofsteil unter die Lupe. Dabei fielen eine mit Vogelkot und Dreck verschmutzte Bank, Moos auf den Wegen und unschöne Ecken auf.

Beim Insektenhotel im hinteren Friedhofsteil ist alles noch provisorisch. Pflanzung und Pflege sind geplant Fotos: bk

Jan Lescow versprach umgehende Reinigung der Bank, die Gehwegplatten im beschatteten Bereich würden aber nicht mehr gereinigt werden, wegen des Verzichts auf Unkrautvertilger: „Wir müssen uns alle daran gewöhnen, dass öffentliche Wege etwas Grün haben dürfen.“

Was ungepflegte Gräber angehe, so würden die Angehörigen angeschrieben, aber oft gehe es nicht um Unwillen, sondern die Leute seien krank oder zu alt, um sich zu  kümmern.

Die Ecke beim künftigen Insektenhotel, wo auch Brombeerbüsche wachsen, befindet sich dagegen noch in der Gestaltungsphase und wird erst später endgültig bepflanzt. Pastor Daniel Birkner: „Wir wollen einen naturnahen Friedhof gestalten.“ Krankheitsbedingt fehle jedoch immer noch Personal, um für einen zufriedenstellenden Zustand zu sorgen, und gutes neues Personal zu bekommen, werde auch immer schwieriger. Pastor Birkner: „Dennoch bemüht sich der Friedhof natürlich sehr um ein gepflegtes Erscheinungsbild.“ bk

Comments are closed.