Leidenschaft, die verbindet: Familie Heese aus Niendorf mit ihren fertigen Riesenpuzzles Foto: Preuß

Die große Welt der
kleinen Teile

40.000 Puzzleteilchen und jede Menge Geduld

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Mit Geduld und Strategie zum Mega-Bild – die
Heeses aus Niendorf teilen eine
Familien-Leidenschaft für Riesen-Puzzles.

Angefangen hat alles in den 70ern, mit Berchtesgadens Schicksalsberg, dem Watzmann. Der hing als 2500 Teile-Panorama-Puzzle in der elterlichen Kellerbar und hat Harald Heese (41) seit jeher fasziniert. Sein erstes eigenes Großpuzzle, Kassels Wahrzeichen Herkules, war mit 1000 Teilen für den damals 8-Jährigen noch viel zu schwer. Heute schmunzelt der Niendorfer über diese Kindheitserinnerung, denn mit den Jahren hat auch die Puzzlegröße zugenommen. Zuerst 9000, dann in den 90er Jahren schon 20.000 Teile.

Als Student steckte er auch seine Ehefrau Ulrike (40) und eine gute Anzahl Kommilitonen mit dem großen, ruhigen Hobby an. „Anstatt vor dem Fernseher abzuhängen, wurde in der Studi-Dachwohnung als Auszeit vom Lernen gemeinsam gepuzzelt“, erinnert sie sich. Eine wunderbare Art der Entschleunigung vom Alltag für das sympathische Paar. Vom kunterbunten Keith Haring über die Skyline von New York bis zu Disney ist alles dabei, wenn Familie Heese heute gemeinsam puzzelt. Dass Sohn Jona (8) und Tochter Hanna (11) mit von der Partie sind, versteht sich von selbst.

Familienprojekt
„Die Kinder bestimmen die Reihenfolge, mein Mann ist der Stratege“, erzählt Ulrike Heese. Denn einfach drauf los legen geht  bei der Menge an Teilen nicht. Auf sieben mal zwei Meter bringt es das größte in Serie produzierte Puzzle mit unglaublichen 40.320 Teilen. Klar, dass Familie Heese sich auch diese Disney-Parade nicht entgehen lässt: das Riesenbild besteht aus mehreren Einzelbildern, deren Puzzleteile in großen Beuteln geliefert werden. Da heißt es ordentlich vorsortieren, denn es gibt insgesamt nur sechs unterschiedlich gestanzte Puzzleteil-Grundformen.
Und in den hellen Monaten geht es schneller voran als in den dunkleren: „Bei Tageslicht geht das am besten“, erklärt der Puzzle-Profi, „da erkennt man die Farbschattierungen einfach besser“.

400 Euro für ein Puzzle
Ungefähr ein Jahr lang braucht Familie Heese für eines der Riesenpuzzels mit 32.000 Teilen. Damit das Wohnzimmer trotzdem begehbar bleibt, wird auf extra zugeschnittenen Holzplatten gepuzzelt. Später wird das Ganze dann zum riesigen Bild zusammen gefügt. Die Leidenschaft ist nicht ganz billig: um die 400 Euro kostet der Spaß in diesen Dimensionen. Für die Heeses eine wertvolle Investition in die gemeinsam verbrachte Familienzeit.

Der deutsche Hersteller Ravensburger ist, im Wettstreit mit einem spanischen Hersteller, unumstrittener Platzhirsch auf dem Riesenpuzzles-Markt. Und von Jahr zu Jahr werden die Puzzels größer – zur Freude von Familie Heese. Sohn Jona mag am liebsten die süßen Gelini-Bärchen, doch die gibt es nur in Kinderpuzzle-Größe mit maximal 500 Teilen – noch. „Disney ist aber auch toll“, freut sich der Junior, und streckt sich einmal längs auf dem fertigen Riesenmotiv aus. ap

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