Der Flughafen-Imker Ingo Fehr kümmert sich um die Bienen Foto: Michael Penner

Hamburgs kleinste Flieger

Airport: Seit 20 Jahren sammeln die Bienen Honig

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Die kleinsten Flieger am Hamburg Airport haben Jubiläum:
Seit genau 20 Jahren sind Bienenvölker auf dem Flughafengelände
und in den Gärten ringsum unterwegs und liefern frischen Honig.
Zugleich schwärmen sie als „Bio-Detektive“ aus, denn Honig, Wachs
und Pollen geben Aufschluss über die Luftqualität.

Doch nicht nur die mehr als 200 000 Honigbienen starten und landen am Airport. Mittlerweile ins fünfte Jahr geht das Wildbienenprojekt, das der Flughafen gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung ins Leben gerufen hat. Es soll dazu beitragen, den Lebensraum der immer mehr vom Aussterben bedrohten Insekten zu erweitern. Vor einem Jahr wurde die Initiative als offizielles Projekt im Rahmen der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

„Das Flughafengelände mit seinen Grünflächen, einer artenreichen Flora und sogar einem Teich ist für die schützenswerten und nützlichen Tiere ein idealer Lebensraum mitten in der Großstadt“, sagt Flughafenimker und Umweltingenieur Ingo Fehr. Die Honigbienen, so hat Ingo Fehr ausgerechnet, haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten Nektar und Pollen gesammelt, die für rund 12 000 Gläser Honig ausreichten. Dabei ist das Arbeitspensum jeder Biene gewaltig: Jede macht täglich rund 40 Ausflüge und besucht etwa 4.000 Blüten. Für ein Kilo Honig sind etwa drei Kilo Nektar notwendig. Im Laufe ihres Lebens sammelt eine Biene etwa ein bis zwei Teelöffel Honig.

Hotel für Wildbienen
„Aber auch Wildbienen tragen entscheidend zur Bestäubung von Blütenpflanzen bei“, betont Fehr, der in der Umweltabteilung des Flughafens arbeitet: „Deshalb haben wir 2015 das Projekt ‚Mehr Platz für wilde Bienen‘ gestartet und sind stolz auf die Auszeichnung.“ Rund die Hälfte der mehr als 580 Wildbienenarten ist nach Einschätzung von Experten bedroht. „Ihnen fehlt es an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten“, sagt die Biologin Anna Binczik von der Deutschen Wildtier Stiftung.

An mehreren Stellen hat Hamburg Airport deshalb in den vergangenen Jahren ausgewählte Flächen noch wildbienenfreundlicher gestaltet. Wildbienengerechte Blumenmischungen wurden gesät, kleinräumige Rohbodenbereiche angelegt und standortgerechte Gehölze gepflanzt. Darüber hinaus wurden „Insektenhotels“ gebaut – künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfen. „Passagiere, Besucher und Mitarbeiter müssen sich aber keine Sorgen machen. Die meisten Wildbienen stechen nicht“, versichern Anna Binczik und Ingo Fehr. mf

 

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