Offizielle Übergabe mit Dirk Sielmann (Landesbund der Gartenfreunde), Renate Städtler (BUE) und Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (v.li.n.re.) Foto: mf

Gemeinschaftswiese
statt eigene Scholle

Kleingarten-Pilotprojekt in der Niendorfer Straße

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Deutschlandweit einzigartig ist das neue Kleingartenmodell
in der Niendorfer Straße 99, das am 3. Juli offiziell
an den Landesbund der Gartenfreunde übergeben wurde.

Auf der 12 600 Quadratmeter großen Fläche an der Kollau, die zuvor eine Flüchtlings-unterkunft beherbergte, ist eine innovative Kombination aus Kleingärten mit naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen entstanden. Das Gelände gliedert sich in drei Teile: Auf die Fläche für insgesamt 16 Parzellen folgt eine Streuobstwiese mit 32 Apfelbäumen und – angrenzend an die Kollau – der Überflutungsbereich. Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD), der die Anlage am 3. Juli offiziell an Dirk Sielmann, Vorsitzender des Landesbundes der Gartenfreunde in Hamburg, übergab, ist begeistert: „Das ist eine kompakte Lösung und attraktive Anlage, die gut nach Eimsbüttel passt.“ Die neue Kleingartenanlage dient unter anderem als Ersatzfläche für 36 Parzellen, die im Bezirk Neubauprojekten weichen mussten (das Wochenblatt berichtete). „Eine Überplanung ist immer schlecht“, erklärt Dirk Sielmann. „Aber dies ist eine besondere Ersatzanlage und ökologisches Projekt, das in Hamburg Schule machen kann.“ Hier würden naturnahes Gärtnern und die Artenvielfalt gefördert.

Diverse Apfelsorten wachsen auf der Streuobstwiese Foto: mf

Historische Apfelsorten

Aus den historischen Apfelsorten könne gemeinsam Apfelsaft gemostet werden. Für die neuen Kleingärtner bedeutet das auch besondere Auflagen. Zu jeder Parzelle, die mit Größen zwischen 180 und 200 Quadratmetern verhältnismäßig klein sind, gehören zwei Apfel-bäume der angrenzenden Streuobstwiese. Die Wiese dient als Gemeinschaftsfläche und kann als Spiel- und Liegewiese genutzt werden, muss aber auch gepflegt werden. „Als Langgraswiese wird sie aber nur zweimal im Jahr gemäht“, erklärt Renate Städtler von der Behörde für Umwelt und Energie (BUE). „Man kann auf seiner Scholle nicht nur machen, was man will.“

Vergeben sind die Parzellen noch nicht. Laut Dirk Sielmann werden nun erst einmal Gespräche mit dem benachbarten Kleingartenverein, von den Räumungen betroffenen Kleingärtnern und weiteren Interessenten geführt. „Im Herbst wird es erste Aktivitäten in den Parzellen geben“, prognostiziert Dirk Sielmann.

Bäume gefällt

Rund 600 000 Euro schlugen für die neue Anlage zu Buche. Knapp 10 000 Euro davon entfielen auf das Fällen von mehr als 30 Bäumen, was von Anwohnern kritisiert wurde. mf

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