Der imposante Neubau der Stadtteilschule Niendorf wurde eingeweiht Foto: cc

Am besten wäre, diese Schule
würde nie fertig

Warum an der Stadtteilschule Niendorf auch nach der feierlichen Einweihung weiter gebaut werden sollte

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Nach fünf Jahren Bauzeit wurde nun das moderne Schulgebäude der
Stadtteilschule Niendorf nahe der U-Bahn-Station Schippelsweg
eröffnet – mit einem Schulfest und einem Festakt. Dass damit die
Baumaßnahmen noch nicht beendet sind, ist eine gute Nachricht, waren
sich Schulsenator Ties Rabe und Dr. Michael Freitag, Regionalbeauftragter des Bezirksamts Eimsbüttel, in ihren Reden einig.

„Bauen ist unbequem“, weiß Schulsenator Ties Rabe – aber die Ergebnisse sprechen für sich Foto: kk

„In einigen Jahren schon kommen Schüler, die die Bauzeit nicht mitbekommen haben und den Neubau als gegeben hinnehmen“, sagte Dr. Michael Freitag, der selbst Erziehungswissenschaftler ist. „Auch diese zukünftigen Schüler sollen die Chance haben mitzugestalten und sich ihre Schule selbst anzueignen.“ Er appellierte daher an die Schulleitung, „werden Sie nie ganz fertig!“ Schulsenator Ties Rabe beschrieb das offene Ende des über 6000 Quadratmeter großen und 17,6 Millionen Euro teuren Bauprojekts als „Raum für neue Ideen“. Vor allem die Pausenflächen innen und außen wollen erst noch gestaltet werden. Rabe ordnete die Investitionen als „Vertrauensbeweis des Hamburger Senats“ ein und betonte, „dieser Standort, das Kollegium, Eltern und Schüler haben sich das Vertrauen und den Neubau redlich verdient“.

Besonders groß, besonders vielfältig

Dass die Stadtteilschule Niendorf „eine ganz besondere Schule“ ist, betonten alle Redner, darunter auch Vertreter der Schulleitung, des beauftragten Architekturbüros und von Schulbau Hamburg. Besonders groß und besonders vielfältig, wie einige der rund 1000 Schüler mit ihren Beiträgen zeigten.

Hier öffnen sich neue Türen

Heraus stachen die Klarinetten-Parts des Abiturienten Laurin Halberstadt, der mit seiner Lernleistung im Fach Musik satte 15 Punkte erreicht hat. Als das Schulorchester zu seiner Version des Mark-Forster-Songs „Sowieso“ eine Papp-Tür mit auf die Bühne brachte und sang, „immer geht ‘ne neue Tür auf, irgendwo“, folgte wissendes Schmunzeln. Denn anders als die alten Container-Türen können die Neubau-Türen nicht mehr einfach mit einem Büchereiausweis aufgehebelt werden, verriet der Ehemalige Lasse Zehler, der Moderator des Abends. Die Zeiten, in denen Regenpausen heimlich im Klassenraum verbracht wurden, sind damit nun vorbei. Das ist aber wohl auch der einzige Grund, der provisorischen Lösung hinterher zu trauern. kk

 

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