Mehr Infos über den Zünsler liefert das Merkblatt: www.lwk-niedersachsen.de/download.cfm/file/28305.html Foto: fotolia

Raupe Nimmersatt

Der Zünsler lässt Buchsbäume absterben

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In weiten Teilen Deutschlands ist der Zünsler bereits emsig
unterwegs, frisst sich durch die Buchsbäume und bringt sie
zum Absterben. Die gefräßige „Raupe Nimmersatt“ hat
nun auch in unseren Stadtteilen erste Schäden angerichtet.

„In meinem und in den Gärten der Nachbarschaft sind bereits einige Buchsbäume abgestorben“, machte ein Bewohner aus Schnelsen-Süd das Wochenblatt auf das Phänomen aufmerksam, um andere Gartenbesitzer zu sensibilisieren. Auch auf dem Niendorfer Friedhof sei der Zünsler „angekommen“, kam die Rückmeldung von Baumschulmeister Michael Koopmann: „Die ersten Buchsbäume sind bereits beschädigt.“

„Der Befall ist mittlerweile bis in das südliche Schleswig-Holstein vorgedrungen, aufgrund der Verbreitungsgeschwindigkeit und der klimatischen Ansprüche dürfte eine Ausbreitung hier bald flächendeckend sein“, so Susanne Meinecke, Pressesprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „In Hamburg gibt es die ersten Funde, bis dato aber keinen konkreten Fall im Rahmen der Haus- und Kleingartenberatung des Pflanzenschutzdienstes.“

Regelmäßige Kontrolle
Zur Bekämpfung des Schädlings gibt es einige mechanische, biologische und chemische Maßnahmen – eine Patentlösung aber nicht. „Wenn es auch sehr mühsam ist, so ist eine regelmäßige Kontrolle und das Einsammeln per Hand doch zu empfehlen“, meint Ilka Bodmann, Pressereferentin beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Hamburg. Dagegen rät sie eindringlich vom Einsatz sogenannter Giftkeulen ab: „Sie töten auch heimische Insekten, Vögel und Säugetiere.“

Da der Schädling mittlerweile zu einem Teil des Lebenskreislaufes in Gärten und Parks geworden sei, haben beispielsweise Haussperlinge, Kohlmeisen, Spatzen und Wespen die proteinreichen Raupen als Nahrungsquelle entdeckt. „Wer seinen Garten naturnah gestaltet und auch einen Nistkasten aufhängt, hilft zugleich den Buchsbaum zu schützen“, hebt die NABU-Sprecherin eine Präventivmaßnahme hervor. Und wenn es bereits zu spät ist, sollten sich Gartenbesitzer derzeit lieber nach einer alterativen Gartenbegrünung umsehen. kh

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