Die kleine Elsa salutiertFoto: brave new work, Little Dream Entertainment

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Ein politisch hochbrisantes Thema

Lokstedter Regisseur und Produzent bringt „Kleine Germanen“ ins Kino

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Das Dokudrama „Kleine Germanen“ widmet sich den Kindern von rechtsextremen Eltern. Seit dem 9. Mai läuft es in den deutschen Kinos.

Regie führte der Lokstedter Mohammad Farokhmanesh. Der Deutsche mit iranischen Wurzeln kam im Alter von 22 Jahren nach Hamburg. Seitdem stoße er auch in der sogenannten „bürgerlichen Mitte“ immer wieder auf Vorurteile. Daraus entwickelte sich die Idee zu dem Dokudrama, das aus klassischen Interview-Sequenzen sowie animierten Abschnitten besteht. „Ursprünglich wollten wir einen Film über Erziehung machen und stießen bei den Recherchen dazu auf den Fall eines vierjährigen Mädchens in Niedersachsen. Es starb, weil die Eltern Ärzten die Behandlung mit Insulin verboten hatten. In der sogenannten ‚germanischen Erziehung‘ ist dies nicht vorgesehen.“

„Kleine Germanen ist ein Film, der zu Diskussionen anregen soll. Er thematisiert die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch rechtsextremistische Indoktrination.“ (Regisseur und Produzent Mohammad Farokhmanesh) Foto: cc

„Kleine Germanen ist ein Film, der zu Diskussionen anregen soll. Er thematisiert die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch rechtsextremistische Indoktrination.“ (Regisseur und Produzent Mohammad Farokhmanesh)
Foto: cc

Im Film dargestellt wird, wie Kinder groß werden, die in einem demokratiefeindlichen Umfeld aufwachsen und nach dogmatischen Prinzipien rechtsextremer Ideologie erzogen werden. Regisseur und Produzent Farokhmanesh: „Es ist ein Thema, das mich persönlich interessiert und mit mir zu tun hat. Rassismus gibt es überall, auch im Iran.“ Bereits im Vorfeld gab es – allein durch seinen Namen auf den Filmplakaten – erste Anfeindungen und Videos bei Youtube. Erwartungsgemäß kritisieren Anhänger der rechtspopulistischen Strömung Regisseur und das Thema. Farrokhmanesh versucht auch mit Hilfe des Films herauszufinden, wie es sein könne, dass man in einem Land „mit diesen Möglichkeiten zur Demokratie“ solche Vorurteile habe. „Kleine Germanen ist ein Film, der zu Diskussionen anregen soll. Er thematisiert die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch rechtsextremistische Indoktrination“, so der Lokstedter. Ein wichtiger Film zur richtigen Zeit. cc

Kleine Germanen, Regie: Mohammad Farokhmanesh, Frank Geiger, Doku-Spielfilm, 90 min, Deutschland, 2018.
FSK: ab 12 Jahren. Trailer: https://youtu.be/bWACQffxH8o, Kinostart: 9. Mai 2019.

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