Der Ansgarweg gehört zum betroffenen B-Plan-GebietFoto: mf

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Auslegungssache

Erhitzte Diskussion um den B-Plan Lokstedt 67

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Das Interesse am Tagesordnungspunkt Bebauungsplan Lokstedt 67 war in den beiden vergangenen Stadtplanungsausschüssen (Stapla) groß. Zuletzt ging es darum, ob der B-Plan öffentlich ausgelegt werden soll.

Der B-Plan wird für die 4,2 Hektar große Fläche zwischen Lohkoppelweg, Rimbertweg und Ansgarweg aufgestellt. Das bedeutet eine massive Nachverdichtung mit 200 Wohnungen von vier ansässigen Genossenschaften auf ihren eigenen Grundstücken (das Wochenblatt berichtete). Das Interesse am Stapla vom 16. April war groß: Rund 90 Anwohner, die einer Nachverdichtung grundsätzlich zustimmen, sich diese aber maßvoller wünschen strömten ins Hamburg Haus. In der Bürgerfragestunde ging es teils emotional zu. Anwohner und auch Bezirkspolitiker kritisierten, dass ihre Bedenken und Überarbeitungswünsche für den B-Plan nicht von der Verwaltung berücksichtigt wurden.
Nicht auslegungsreif
Als „noch nicht auslegungsreif“ bezeichnete Rüdiger Kuhn (CDU) den Plan am 16. April. Eckpunkte wie die Geschosshöhen, Grünflächen, Verkehr, die Parkplatzsituation und auch die Entwicklung des Charakters des Viertels seien noch nicht beantwortet worden. Jutta Seifert (SPD) machte sich für die Auslegung stark: „Die Auslegung ist Bürgerbeteiligung pur. Jedes Gutachten kann dann eingesehen werden.“ Jan Philipp Stephan, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Eimsbüttel betonte, dass es für die Bürger bei einer Auslegung Antworten auf ihre Fragen gäbe. Im vergangenen Stapla am 30. April wurde die öffentliche Auslegung des B-Plans nun mehrheitlich beschlossen. „Der B-Plan ist die Voraussetzung, dass die Vereinbarungen mit den Genossenschaften auch kommen“, erklärt Kay Becker, Sprecher des Bezirksamtes Eimbsbüttel. „Die öffentliche Auslegung dient dazu, dass alle sich an der Planung beteiligen können. Wir als Verwaltung begrüßen diesen Schritt, da wir dann nicht nur mit wenigen diskutieren, sondern von allen transparent die Anliegen erfahren.“
Einsicht in Gutachten
In der öffentlichen Auslegung würden zunächst alle Gutachten zur Einsicht offengelegt. Rüdiger Kuhn hält den Plan nach wie vor nicht auslegungsreif, sagt aber: „Die Verwaltung hätte auch die Möglichkeit, nach bestehendem Baurecht tätig zu werden. Deshalb haben wir uns entschieden zu akzeptieren, dass das Verfahren weiter geht. Nur so werden wir versuchen, im weiteren Verfahren noch mehr für das Quartier zu erreichen.“ Wütend, enttäuscht und entsetzt sind die Anwohner laut Deborah Schmalbach, Sprecherin der Bürger-Initiative: „Seit über drei Jahren bringen wir unsere Einwände sachlich und konstruktiv in den zuständigen politischen Gremien des Bezirks als auch beim Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung ein. Weder die Mehrheitsfraktionen des Stadtplanungsausschusses haben sich für die Interessen der betroffenen Anwohner eingesetzt noch fanden die Einwände der Bürger beim Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung Berücksichtigung.“ Das Quartier sei bereits überdimensional nachverdichtet: „Städteplanerisch macht Lokstedt 67 in dem Entwurf überhaupt keinen Sinn.“
Der von Verwaltung und Politik abgestimmte Entwurf wird für die Dauer eines Monats im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Eimsbüttel (Grindelberg 62 – 66) ausgelegt. In diesem Zeitraum können Bürger den Entwurf einsehen und Stellung nehmen. Der Termin wird noch bekannt gegeben. mf

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