Schüler aus den vierten Klassen der Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp nahmen an der Gedenkfeier auf dem Roman- Zeller-Platz teil Foto:cc

Schüler aus den vierten Klassen der Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp nahmen an der Gedenkfeier auf dem Roman- Zeller-Platz teil Foto:cc

Damit wir nicht vergessen

Gedenkveranstaltung am Roman-Zeller-Platz

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Zum Gedenken an die von den Nazis 1945 am Bullenhuser Damm ermordeten jüdischen Kinder fand auch in diesem Jahr eine Veranstaltung auf dem Roman-Zeller-Platz statt. Etwa 125 Kinder aus den Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp hielten durch unterschiedliche Beiträge die Erinnerung an die Kinder wach.

Donnerstag Mittag in Schnelsen-Burgwedel: Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne scheint, es ist ein warmer Frühlingstag in Schnelsen. Etwa 125 Schüler der vierten Klassen der Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp kommen gemeinsam mit ihren Lehrerinnen zur eigens errichteten Klagemauer.

Noch ist die Wand, die dort errichtet wurde, leer. Kerzen, mit den Namen der 20 von den Nazis ermordeten Kinder stehen ordentlich aufgereiht darauf: Lelka Birnbaum, Marek James, Roman Zeller… Nach diesen Namen sind viele Wege, Straßen und Plätze in Burgwedel benannt. Wie eben auch der Roman-Zeller-Platz auf dem die Gedenkfeier stattfindet.

„Auch wenn ihr Kinder noch jung seid: Es gibt diese Zeit unserer Geschichte, von der man wissen soll. Die Kinder vom Bullenhuser Damm sind dadurch, dass ihr euch mit ihnen beschäftigt und euch etwas für sie ausgedacht habt, nicht mehr nur Namen, sondern auch Kinder in eurem Alter“, begrüßt Marion Voigtländer, Gemeindepädagogin der Kirchengemeinde Schnelsen, die aufmerksam lauschenden Schülerinnen und Schüler.

Auch Lehrer, Eltern und Interessierte aus dem Stadtteil sind gekommen. Später legen die Schüler zuerst Steine vor dem Mahnmal nieder, dann lesen sie ihre „Gedanken“ vor: „Zum Glück erlebe ich nicht so etwas Schlimmes“ oder „Ich hätte gern einmal mit dir gespielt“, „Ungeheuerlich. Was man euch angetan hat!“ Die Zettel und Plakate werden dann an die Klagemauer gepinnt.

Eine Stunde gefüllt mit Emotionen, Erinnerungen und nachdenklichen Momenten vergeht wie im Flug. „Wir danken für all eure Gedanken, die ihr mit uns geteilt habt“, lobt Pastor Hago Michaelis zum Abschluss. Und: „Ihr helft mit euren Stimmen, das Bewusstsein an die 20 Kinder hochzuhalten. Ihr habt nicht geschwiegen!“

CORINNA CHATEAUBOURG

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