„Keine Erweiterung der Döhrnstraße!“ fordern Anwohner Foto: mf

„Keine Erweiterung der Döhrnstraße!“ fordern Anwohner Foto: mf

Buchen sollen breiten Straßen weichen

Döhrnstraße und -twiete werden hergestellt

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„Hier werden Probleme geschaffen, die wir im Moment gar nicht haben“, befürchtet Clara Goldmann aus Lokstedt. Die Bezirkspläne zur „endgültigen Herstellung“ von Döhrnstraße und Döhrntwiete bereiten der Anwohnerin und ihren Nachbarn Bauchschmerzen.

Die Döhrnstraße und Döhrntwiete gelten als sogenannte „unfertige“ Straßen. „Aufgrund der ungenügenden Straßenverhältnisse (sehr schlechter Zustand der Straße) ist ein Ausbau der Straßen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit dringlich erforderlich“, bescheinigt ein Gutachten dem Bezirksamt, das die Straßen ab dem zweiten Quartal 2020 herstellen möchte.

Soll auf fünf Meter verbreitert werden: Die Döhrnstraße zwischen Döhrntwiete und Erlenstraße Foto: mf

Soll auf fünf Meter verbreitert werden: Die Döhrnstraße zwischen Döhrntwiete und Erlenstraße Foto: mf

Nach aktuellem Planungsstand soll die Fahrbahn in der Döhrnstraße zwischen Erlenstraße und Döhrntwiete auf fünf Meter verbreitert werden und es soll ein Gehweg mit einer Breite von 2,10 Meter entstehen. Die Döhrntwiete soll bis zum Lokstedter Turnverein als Tempo-30-Zone ausgebaut und asphaltiert werden. Auch hier soll die Fahrbahn fünf Meter breit werden. Für den Gehweg, dessen Verlauf noch nicht ganz klar ist, sind ebenfalls 2,10 Meter vorgesehen. „Die Fahrgassenbreite“ soll nach dem Willen der Planer „den Begegnungsfall Müllfahrzeug/PKW ermöglichen.“ Ein wichtiger Aspekt bei der Herstellung ist auch die Barrierefreiheit. Für die Baumaßnahmen müssten in der Döhrnstraße 15 Bäume gefällt werden, in der Döhrntwiete zwei Bäume und die ausgewachsene Hainbuchenhecke. Die Gräben sollen „neu profiliert“ werden.

Naturschützer entsetzt

„Wir sind entsetzt, was hier passieren soll“, reagiert Dieter Siebeneicher vom NABU auf die Pläne. „Für die Herstellung der Döhrntwiete ist die Abholzung einer engstehenden Hainbuchen-Baumreihe mit etwa 30 Bäumen geplant. Die Bedeutung der Baumreihe für Mensch und Natur ist hinsichtlich Staub- und Lärmschutz, Klimaverbesserung, Nahrungs- und Bruthabitat für Insekten und Vögel hinlänglich bekannt. Eine Abholzung ist aus Naturschutzgründen nicht vertretbar.“ Auch die Hecke in der Döhrnstraße als Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen, Vögeln und Kleinsäugern müsse unbedingt erhalten bleiben. Das sehen auch die Anwohner so: „Die Hecke schluckt den Lärm“, erklärt Britta Ballhausen, die seit 35 Jahren vor Ort lebt. Sie und ihre Nachbarn verstehen nicht, warum die Straßen überhaupt verbreitert werden müssen: „Ich habe hier noch nie einen Unfall beobachtet, wir haben hier durch den Graben und die Enge ja eine natürliche Entschleunigung.“ Die Bürger befürchten, dass es mit der von ihnen so geschätzten dörflichen Atmosphäre vorbei ist, „wenn die Straßen für einen Verkehr geöffnet werden, den wir hier gar nicht haben“, so Clara Goldmann. Für die von zahlreichen Schlaglöchern gezeichnete Döhrntwiete wünschen sich die Lokstedter ei-
ne Umwandlung in eine gepflasterte Spielstraße mit Schritttempo und Erhalt der 60 bis 80 Jahre alten Buchen. Auch der Graben solle angesichts zunehmender Starkregenvorkommen unbedingt er-
halten bleiben: „Mit dem Graben und dem Sandweg haben wir derzeit zwei erhaltungswürdige Sickerflächen“, erklärt Anwohner Christoph Müller.

Keine Infos für Anwohner

Ihre Vorschläge zur Zukunft der Straßen und Bäume möchten die Bürger gern in der Anliegerinformationsveranstaltung des Bezirksamtes am 7. Mai in der Schule Döhrnstraße vorbringen. Doch da es sich bei dieser um eine nicht-öffentliche Veranstaltung handelt,  sind nur „direkte Anlieger, die in diesem Bauabschnitt wohnen“ eingeladen, betont Bezirksamtssprecher Kay Becker. mf

 

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