Ob die Türen des Winternotprogramms auch dieses Jahr im November öffnen ist noch unklar Foto:mf

Ob die Türen des Winternotprogramms auch dieses Jahr im November öffnen ist noch unklar Foto:mf

Einmaliges Gastspiel?

WINTERNOTPROGRAMM war nur zur Hälfte ausgelastet

Archiv, Lokstedt| Views: 428

Vom 1. November letzten Jahres bis zum 31. März öffnete erstmals das Winternotprogramm in Lokstedt in der Kollaustraße seine Türen für Obdachlose. Es könnte ein einmaliges Gastspiel gewesen sein.

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) stellte am 16. April die Bilanz des Winternotprogramms vor. Demnach war der Standort mit 250 verfügbaren Betten über die gesamte Laufzeit durchschnittlich mit 141 Personen belegt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Auslastung von 56 Prozent.

Die Unterkunft in der Kollaustraße wurde weniger genutzt als der zweite von fördern und wohnen (f+w) betriebene Standort in der Friesenstraße (Hammerbrook). Ob der Standort Lokstedt auch weiterhin als Winternotprogramm genutzt wird, ist derzeit fraglich: „Über eine Weiternutzung wird im Zuge der detaillierten Auswertung im Laufe des Jahres entschieden“, erklärt BASFI-Sprecher Martin Helfrich und betont: „Derzeit ist diese Entscheidung noch nicht gefällt.

Auch nicht, dass der Standort nicht noch einmal genutzt wird.“ Unabhängig davon, ob das Winternotprogramm in Niendorf bleiben wird, ziehen sowohl BASFI als auch fördern und wohnen eine positive Bilanz. „Wir bewerten die Premiere an diesem Standort als geglückt und freuen uns, wie freundlich die Lokstedter uns und die obdachlosen Menschen aufgenommen haben.

Viele Freiwillige haben sich engagiert. Dafür sind wir dankbar“, sagt f+w-Sprecherin Susanne Schwendtke. Nach anfänglichen Vorbehalten seien auch die Nachbarn in der Stapelstraße zufrieden: „Einige der direkten Nachbarn haben sich dieser Tage bei uns bedankt, dass es ruhig und sauber zugegangen sei.

Anfangs gab es eine Beschwerde aus der weiteren Nachbarschaft wegen Mülls in Vorgärten. Wir haben schnell reagiert und für Sauberkeit gesorgt“, erklärt Schwendtke. Dass der Standort nicht voll belegt war, sei auch dem milden Winter geschuldet.

Für die Zukunft habe der städtische Träger fördern und wohnen laut Martin Helfrich auch Verbesserungsvorschläge mitgenommen: „Ein besonderes Anliegen ist es uns, Menschen direkt vor Ort beraten zu können, um Perspektiven jenseits des Lebens auf der Straße aufzuzeigen. Das Winternotprogramm ist ein Erfrierungsschutz – aber es soll dabei nicht allein bleiben.

Das Hilfesystem ist daher vielfältig und differenziert, mit verschiedenen Angeboten für verschiedene Problemlagen. Beispielsweise mit unserem Projekt Visite Sozial, mit dem wir weitere vier Straßensozialarbeiter gemeinsam mit dem Caritas-Krankenmobil auf die Straße bringen, führen wir die Hilfe fort“, erläutert Helfrich.   mf

 

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