Niendorf nimmt Abschied von seinem „Dorfpastor“ Foto: bk

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Viel geleistet in Niendorf für Kirche und Stadtteil

Pastor Erik Thiesen erlag seiner schweren Krankheit

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Er wird vielen fehlen in seiner Gemeinde und im Stadtteil: Am vergangenen Sonnabend verstarb der langjährige Niendorfer Pastor Erik Thiesen im 62. Lebensjahr.

Zur Welt gekommen ist er auf einem Bauernhof in der Nähe Flensburgs und wurde schon im Elternhaus religiös geprägt durch ein Christentum, das in engen Grenzen dachte und von dessen Begrenztheit sich Erik Thiesen schon in der Studienzeit zu lösen begann.

Nach einem kurzen Intermezzo in Eppendorf wurde 1991 die Niendorfer Kirche am Markt seine nächste Pfarrstelle, und hier schlug er Wurzeln und fand mit seiner Familie eine feste Heimat. „Er war für Niendorf eine Art Dorfpastor, der viele Kontakte im Stadtteil pflegte. Schon früh kam er darauf, wie wertvoll es sein kann, gut vernetzt zu sein“, erinnert sich Pastorenkollege Daniel Birkner an den Verstorbenen.

Die Liste von allem, womit er sich in seiner langen Niendorfer Zeit beschäftigte, kann hier nur kurz angedeutet werden: Da waren die regelmäßigen Taizé-Andachten, die Kontaktpflege mit der Islamischen Gemeinde Eidel-stedt-Schnelsen, die Fahrrad-Pilgertouren und vieles mehr.

„Es gab auch schwere Zeiten in der Gemeinde“, sagt Pastor Daniel Birkner, „und heute ernten wir die Früchte seiner schweren Arbeit.“ Auch der Umgang mit den modernen Medien lag Pastor Thiesen sehr am Herzen. Mit seinem Internet-Blog (gebro
cheneslicht.com), in dem er sich auch seiner schweren Krankheit widmete, erreichte er auch Menschen außerhalb seiner evangelisch-lutherischen Gemeinde.

Zuletzt wurde Erik Thiesen von seiner Landeskirche als „Pastor zur besonderen Verwendung“ eingesetzt, und dabei konnte er so arbeiten, wie es seine schwindenden Kräfte zuließen – bis die Diagnose „austherapiert“ kam. Seinem Kollegen Daniel Birkner wird „der nachdenkliche Mensch, der Theologe, der Freund in zugewandter, offener Art“, besonders fehlen. Um ihn trauern seine Ehefrau und die drei Kinder. Die Trauerfeier in der Barockkirche findet statt am Donnerstag, 18. April, um 12.30 Uhr. bk

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