In Berlin auf der Bühne: Andreas Carstens, Ute Wieggrebe, Marianne Brandt, Dirk Sielmann, Mick Danilow, Marco Kammer, Björn Hanssen (v. li.) Foto: Roger Gloszat

In Berlin auf der Bühne: Andreas Carstens, Ute Wieggrebe, Marianne Brandt, Dirk Sielmann, Mick Danilow, Marco Kammer, Björn Hanssen (v. li.) Foto: Roger Gloszat

Silber für Lokstedter Gärtner

Gartenbauverein Döhrnkamp bei Bundeswettbewerb geehrt

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Mehr als 900 000 Freizeitgärtner sind in 14 000 Vereinen des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde (BDG) organisiert. Alle vier Jahre veranstaltet der BDG einen Ideenwettbewerb zur urbanen Gartenkultur in Deutschland. Das Finale fand im Dezember in Berlin statt. Unter den 20 Finalisten war auch ein Vertreter aus Hamburg: der GBV Döhrnkamp aus Lokstedt, der mit einer Silbermedaille zurückkam. Das Niendorfer Wochenblatt hat mit dem Vorstandvorsitzenden Marco Kammer gesprochen.

 

Niendorfer Wochenblatt: Beim Bundesfinale wurden sechs Gold-, zehn Silber- und vier Bronze-Medaillen überreicht. Wussten Sie schon vorher, dass es keine Verlierer gibt? 

Marco Kammer:  Nein, wir waren auch überrascht – positiv! Allein dass wir am Bundesfinale teilnehmen durften, war für uns eine Auszeichnung. Dass jeder Finalist als Sieger anerkannt wurde, ist eine tolle Wertschätzung.

NW: Wie können wir uns die Preisverleihung unter Gartenfreunden vorstellen?

Kammer: Ganz unter dem Motto „Kleine Gärten – bunte Vielfalt“ gab es verschiedene Infostände und ein leckeres Buffet zur Begrüßung, interessante Gespräche und kurzweilige Ansprachen, dazu professionelle Tanzvorführungen der Schreberjugend Berlin. Auch im Publikum gab es viel zu sehen: Einige Vereine hatten eigene Fahnen dabei, ein Gartenbauverein kam mit Chor und Orchester. Das hatten wir nicht erwartet.

NW:  Haben Sie denn auch etwas nach Berlin mitgenommen – ein Maskottchen vielleicht?

Kammer: Nein, das nicht, aber wir waren in guter Gesellschaft angereist – Vereins-
team, Landesbund der Gartenfreunde und ein Vertreter des Bezirksamts Eimsbüttel. Wir erfahren viel Unterstützung durch die Stadt und es ist ein gutes Miteinander. So kümmern wir uns auch mal um die Pflege des Stadtgrüns rund um unseren Verein. Dabei kommen wir dann wiederum mit Anwohnern ins Gespräch, so wie kürzlich beim Aussähen von norddeutschen Wildblumen.

NW: Die Verwurzelung im Stadtteil war ein Grund für Ihre Auszeichnung. Womit konnte der GBV Döhrnkamp die Jury noch überzeugen?

Kammer: Neben der Gesamtleistung, unseren Verein für die Allgemeinheit zu öffnen, wurde besonders unser Hochbeet-Konzept hervorgehoben, das auch Nicht-Mitglieder nutzen können. Damit haben wir eine moderne und praxisnahe Lösung für den Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern geschaffen, die zwischen Balkon und Kleingarten liegt und noch mehr Menschen den Zugang zu einem kleinen Stück Grün ermöglicht.

NW:  Außer der Urkunde wurden Sie auch mit 1250 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Haben Sie die schon verplant?

Kammer: Natürlich wollen wir das Preisgeld zweckgebunden investieren. Wahrscheinlich werden wir davon weitere Hochbeete errichten, denn die Nachfrage ist groß. Neben der Auszeichnung hat uns der Wettbewerb aber noch etwas ganz Besonderes geschenkt: Er hat uns als Gemeinschaft noch näher gebracht und das Wir-Gefühl gestärkt. Jetzt ist es wichtig, das Erreichte zu bewahren und weiter Neues zu schaffen. Die Ideen liegen auf dem Tisch in unserem neuen Vereinshaus und warten auf die gemeinschaftliche Umsetzung – und auf die Gartensaison 2019!

NW: Vielen Dank für das Gespräch! kk

Mitten in Lokstedt

Der GBV Döhrnkamp ist einer von 320 Kleingartenvereinen in Hamburg. Eingebettet zwischen Wohngebiet und Sportanlagen lädt der Verein die Lokstedter seit mehreren Jahren ein, das Kleingartenleben zu entdecken. Tore und „Durchgang verboten“-Schilder wurden entfernt, zwei Kolonien vereint, für Spaziergänger gibt es Kräuter zum Mitnehmen. Das Projekt „Schulgarten“ bringt seit 2016 die Kinder der gegenüberliegenden Grundschule zum Gärtnern. Ein vergleichbares Kita-Projekt steht in den Startlöchern. Den Leitspruch „Vom Verwalten zum Gestalten“ füllen die Mitglieder des Vereins leidenschaftlich mit Leben.

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