Siegerentwurf des Architektenworkshops für das Wohnquartier Siloah. So könnte eines der künftigen Wohngebäude aussehen Visualisierung: Architekturbüro Schenk+Waiblinger

Siegerentwurf des Architektenworkshops für das Wohnquartier Siloah. So könnte eines der künftigen Wohngebäude aussehen Visualisierung: Architekturbüro Schenk+Waiblinger

Wohnraum statt Wäldchen

Rodung für ein neues Quartier im Hogenfelder Kamp

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Im Januar wurde im Hogenfelder Kamp in Schnelsen nahezu der gesamte Baumbestand gefällt. Grund: Es musste Platz geschaffen werden für den Bau neuer Wohnungen im Rahmen des Bebauungsplans Schnelsen 86.

 

Jürgen Kohpeiß geht täglich durch den Hogenfelder Kamp spazieren. Er war entsetzt, als Mitte Januar Motorsägen sein „Albertinen-Wäldchen“ in transportfähiges Kleinholz zersägten. „Die teils sehr alten Bäume waren Heimat für viele Singvögel und Kleintiere“, bedauert der Schnelsener, „ich kenne Anlieger, deren Kinder einst im Wäldchen gespielt und dort Höhlen gebaut haben.“

Die Bäume mussten aber weg, denn die Fläche gehört zum Bebauungsplan „Schnelsen 86“. Auf dem Gebiet zwischen Süntelstraße, Pinneberger Straße, Holsteiner Chaussee und Hogenfelder Kamp soll gebaut werden.

In den mehrstöckigen Wohngebäuden sollen Familien, Senioren und Mitarbeiter der Albertinen-Gruppe künftig leben Visualisierung: Architekturbüro Schenk+Waiblinger

In den mehrstöckigen Wohngebäuden sollen Familien, Senioren und Mitarbeiter der Albertinen-Gruppe künftig leben Visualisierung: Architekturbüro Schenk+Waiblinger

Für die gefällten Bäume soll es einen Ausgleich geben. Die Umsetzung sei vertraglich abgesichert, so Kay Becker, Sprecher vom Bezirks-amt Eimsbüttel. Allerdings: Die Maßnahme wird in der Gemeinde Wedel umgesetzt. Die gerodete Fläche am Hogenfelder Kamp ist etwa 20.000 Quadratmeter groß und gehört der Siloah GmbH, eine Tochter des Albertinen-Diakoniewerkes.

Neues Wohnquartier

Nach derzeitigem Planungsstand könnten dort bis zu 290 Wohnungen entstehen, von denen 30 Prozent öffentlich gefördert werden, sagt Gabi Stoltenberg, Sprecherin vom Albertinen-Krankenhaus auf Wochenblatt-Nachfrage. Die Wohnungsgrößen sollen sich zwischen ein bis vier Zimmern bewegen. Neben Wohnraum für Familien werden seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen sowie Wohneinheiten für Krankenhaus-Mitarbeiter und Tiefgaragen entstehen. Diese werden sich laut Bebauungsplan voraussichtlich auf bis zu zehn Wohngebäude verteilen. Gewerbeflächen seien nach aktueller Planung nicht vorgesehen. Da laut Stoltenberg noch geplant wird, können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zum Baustart oder -ende gemacht werden. Ab Baubeginn würden die Arbeiten etwa zwei bis drei Jahre dauern.

Jürgen Kohpeiß versteht, dass zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden muss. Dennoch: „zurück bleiben gemischte Gefühle“, sagt Kohpeiß, der auf einen neuen kleinen Park im künftigen Wohnquartier hofft.  ngo

 

Weitere Infos zum Bebauungsplanentwurf Schnelsen 86 unter Kurz-URL bit.ly/2E45g0X

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