Hochbahn-Kunden Ellen Karin Becker (2.v.r.) und ihre Mitstreiter Rudolf Becker, Sonja Naspli und Regine Kruse (v.li.) haben 200 Unterschriften gegen die aktuelle Umleitungsroute der Buslinie 181 gesammelt Foto: ngo

Hochbahn-Kunden Ellen Karin Becker (2.v.r.) und ihre Mitstreiter Rudolf Becker, Sonja Naspli und Regine Kruse (v.li.) haben 200 Unterschriften gegen die aktuelle Umleitungsroute der Buslinie 181 gesammelt Foto: ngo

Beschwerde beim Senator

Die Umleitung der Buslinie 181 trifft besonders Ältere

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Seit Juli 2018 ist die Stresemannallee eine Mega-Baustelle – vier Haltestellen der Buslinie 181 Richtung Schlump sind gesperrt. Für die Fahrgäste ein großes Problem. Mit einer Unterschriftenliste bittet eine Lokstedterin Senator Michael Westhagemann um Hilfe.

 

Die 200 Unterschriften zum Schreiben hatten Ellen Karin Becker und ihre Mitstreiter schnell gesammelt. Jetzt liegt das Schreiben mit den Unterschriften im Rathaus. Sie alle wollen, dass die 900 Meter lange Baustelle unterteilt wird. Damit würde die Umleitung des 181er überflüssig. Die Bauarbeiten in der Stresemannallee, die zur Veloroute 3 wird, sollen bis 2020 dauern. Für Hochbahn-Kundin Becker und viele andere ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen dauert das zu lang.

„Die Nachbarn waren froh, dass wir etwas unternehmen“, sagt die 81-Jährige, die nahe der Haltstelle Lohkoppelweg wohnt. Diese ist wie die Stationen Max-Tau-Straße, Veilchenweg (West) und Sorthmannweg in Richtung Schlump gesperrt. Die Rentnerin erzählt von ihren Begegnungen mit Betroffenen. „Eine schwer gehbehinderte Dame erzählte, dass sie seit der Baustelle von ihrer kleinen Rente für Einkäufe und Arztbesuche bis zu 200 Euro im Monat für Taxifahrten ausgeben muss.“ Aufgrund der schlechten Nahversorgung im Quartier gehen viele im Edeka-Markt bei Hagenbeck einkaufen.

„Wer von Hagenbeck kommt, muss an der Station Eidelstedter Weg aussteigen, über die Ampel und im Gegen-Bus zurück nach Hagenbeck fahren. Nur dieser Bus fährt die vier gesperrten Haltestellen an“, sagt Becker. „Ich bin noch gut zu Fuß und verpasse trotzdem häufig beim Umsteigen den Gegen-Bus, der fast zeitgleich fährt. Beim 20- Minuten-Takt brauche bis zu 40 Minuten länger.“

Das Wochenblatt hat nachgefragt. „Senator Westhagemann liegt das Schreiben von Frau Becker vor, das er in Kürze beantworten wird“, teilte Christian Füldner, Sprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) mit. Für weitere Fragen verweist er an die Hochbahn.

Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum sagt, die  Hochbahn stünde „vor der Herausforderung, den regulären Linienbetrieb möglichst gut und funktionstüchtig für alle Fahrgäste aufrechtzuerhalten“. Gespräche mit den anderen Akteuren der Stresemannallee-Baustelle (BWVI, Bezirksamt Eimsbüttel, Polizeikommissariat 23, Hamburg Wasser, Stromnetz Hamburg) über eine andere Lösung liegen aktuell nicht an. „Es hat im Vorfeld der Baumaßnahmen mehrere Besprechungen und Ortstermine gegeben, nach denen sich letztlich die jetzt gewählte Bauausführung ergeben hat.“ Bei einer Lösung, die eine „durchgängige Befahrbarkeit ermögliche“, könnte die Hochbahn neu prüfen. Zur Umsteigeproblematik sowie zur zeitweiligen 20-Minuten-Taktung sagt der Hochbahn-Sprecher: „Während des 20-Minuten-Taktes beträgt die Übergangszeit in die Gegenrichtung dort drei Minuten.“ Die wenigen Fahrgäste rechtfertigen keine durchgängige 10-Minuten-Taktung.  ngo

 Kunden- und Beschwerdetelefon der Hochbahn: 32882724

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