Eigentümerwechsel: Die Stadt Hamburg hat mit dem Kauf von Gut Wendlohe auch 25 Wohneinheiten übernommen. Foto: ngo

Eigentümerwechsel: Die Stadt Hamburg hat mit dem Kauf von Gut Wendlohe auch 25 Wohneinheiten übernommen. Foto: ngo

Stadt kauft Gut und Ländereien

Eigentümerwechsel überrascht Mieter

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Die Stadt Hamburg hat das Gut Wendlohe samt Ländereien und Wohnungen gekauft. Die Bewohner sind besorgt.

 

Ende Januar fand Michael Jankowski in seinem Briefkasten ein Schreiben der Saga. Das kommunale Wohnungsunternehmen stellte sich als neuer Verwalter der Mietwohnungen in der Oldesloer Straße, in Höhe der Hausnummer 201, vor. Neue Eigentümerin der Flächen inklusive der Wohneinheiten sei die Stadt Hamburg.

Mieter Michael Jankowski hält in seinem großen Nutzgarten HühnerFoto: ngo

Mieter Michael Jankowski hält in seinem großen Nutzgarten Hühner Foto: ngo

Jankowski und seine Nachbarn wurden von dem Eigentümer- und Verwalterwechsel völlig überrascht. „Meine Nachbarn und ich möchten natürlich wissen, ob wir hier weiterhin leben können“, so der 57-Jährige, der seit 2008 mitten in Schnelsens Feldern lebt und sich in seinem riesigen Garten Hühner hält. Am 1. Februar trafen sich Vertreter der alten und neuen Verwaltungsfirmen vor Ort zur Übergabe. „Ich bin auf die Gruppe zugegangen und habe konkret nach der Zukunft von uns Mietern gefragt. Die Saga-Vertreterin hat nur vage geantwortet und an die Stadt verwiesen“, sagt Jankowski. Da sich die 25 Wohneinheiten, Gärten und teils landwirtschaftlich genutzten Flächen unweit der A7 befinden, sei dort der Bau einer Feuerwehrwache denkbar, so Jankowski. „Die Stadt kauft doch nicht ohne Pläne und die will ich für meine Wohnperspektive kennen.“

Claas Ricker, Sprecher der Hamburger Finanzbehörde sagt auf Wochenblatt-Nachfrage: „Mit dem Ankauf werden derzeit keine konkreten Entwicklungsvorhaben verfolgt. Es handelt sich vielmehr um eine perspektivische Flächenbevorratung“. Der Ankauf des 765 000 Quadratmeter großen Geländes stünde auch nicht im Zusammenhang mit der Errichtung der Feuer- und Rettungswache Schnelsen. Ricker weist darauf hin, dass die Flächen „in Gänze im Landschaftsschutzgebiet“ lägen. Die bestehenden Nutzungs- und Pachtverhältnisse seien übernommen worden und es bestehe nach derzeitiger Sachlage kein Anlass, diese aufzulösen, so der Behördensprecher Claas Ricker. „Insofern besteht für Mieterinnen und Mieter auch kein Grund zur Sorge.“

Mitte Februar hat die Saga nun auch die neuen Kontodaten für die Miete mitgeteilt inklusive dem Hinweis auf eine Wohnungsbesichtigung. „Darauf haben wir ja gewartet. Ich hoffe nur, dass die Besichtigung keine zu umfangreichen Renovierungen und damit eine höhere Miete zur Folge haben wird,“ sagt Martin Jankowski. ngo

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