Umzugswagen, Paketzusteller und andere Lieferdienste müssen zum Ausladen im Schleswiger Damm 127 die rechte Fahrspur in Richtung der A7-Auffahrten für den laufenden Verkehr blockieren Foto: ngo

Umzugswagen, Paketzusteller und andere Lieferdienste müssen zum Ausladen im Schleswiger Damm 127 die rechte Fahrspur in Richtung der A7-Auffahrten für den laufenden Verkehr blockieren Foto: ngo

Neubauten sorgen für Park-Not in Schnelsen

NOACK-HAUS: Wohnraum ohne Parkflächen

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Mehr Wohnungen, mehr Menschen, mehr Autos. Die Zahl der Parkplätze wächst aber nicht und das wird nun auch in Schnelsen zum Problem. Das zeigt sich beim neuen „Noack90“-Komplex mit 45 Wohneinheiten.

 

Die ersten Mieter bekommen bereits ihre Post in die Oldesloer Straße 90, Ecke Schleswiger Damm 127. Soweit so gut, findet Ulrike Rump. Sie und ihre Familie begrüßen das generationsübergreifende Mehrfamilienhaus mit barrierefreien Wohnungen. „Diese Idee hat uns zugesagt und wir hatten für unsere Eltern Unterlagen angefordert. Aber nachdem klar war, dass es keine Parkplätze geben wird, haben wir abgesagt.“ Die Schwiegermutter ist gehbehindert und muss regelmäßig zum Arzt. „Unsere Eltern brauchen das Auto.“

Ulrike Rump ist von dem barrierefreien Noack-Haus überzeugt. Der fehlende Parkraum für die neuen Stadtteilbewohner sei aber ein Minuspunkt Foto: ngo

Ulrike Rump ist von dem barrierefreien Noack-Haus überzeugt. Der fehlende Parkraum für die neuen Stadtteilbewohner sei aber ein Minuspunkt Foto: ngo

Dass die Parkplatznot mit Einzug der neuen Anwohner steigt, beobachtet Rump seit Ende Januar. „Die Frohmestraße und die angrenzende Sackgasse Am Dorfteich, die zwei Wendehämmer hat, waren schon vor dem Neubau zugeparkt. Jetzt ist die Suche noch schwieriger.“ Schon zur Mittagszeit ist der Wendehammer ohne Halteverbotsschilder zugeparkt. Rump versteht nicht, warum bei Neubauten nicht auch Parkraum geschaffen werden muss.

Keine Stellplatzpflicht

Im Januar 2014 wurde mit Änderung der Hamburgischen Bauordnung die Stellplatzpflicht für Wohnungen und Wohnheime aufgehoben. Da der Bau von Parkplätzen sehr teuer ist, sollte die Lockerung die Realisierung von Wohnungsbauvorhaben erleichtern. Der Bauherr entscheide selbst über den Bau und Umfang von Stellplätzen, so Kay Becker, Sprecher vom Bezirksamt Eimsbüttel. Dabei sollten der Bedarf der Bewohner, die Verkehrsverhältnisse, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie die Belange von mobilitätseingeschränkten Menschen vom Bauherren beachtet werden. Diese Regelung stelle nur einen Appell an Bauherren dar, so Becker, „das Bezirksamt habe deshalb keine Handhabe“.

Allerdings: SPD-Bürgerschaftsfraktionschef Dirk Kienscherf sagte in einem Wochenblatt-Interview, die „Verpflichtung der Bezirksämter gilt aber weiterhin, mit dem Investor zu sprechen, den Parkbedarf zu ermitteln und festzulegen.“ ngo

Polizei wird kontrollieren

Das Polizeikommissariat 24 werde den Bereich regelmäßig überwachen, so Thomas Piper, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr. „Fahrzeughalter, die Flächen in unzulässiger Weise als Parkraum nutzen, werden verwarnt und die Autos gegebenenfalls abgeschleppt.“ Sollte diese Maßnahme nicht greifen, müssten zusätzliche Halteverbote kommen.

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