Radikal abgeholzt: Die im Ohmoorwäldchen gefällten Bäume befinden sich auf Privatbesitz Foto: kh

Radikal abgeholzt: Die im Ohmoorwäldchen gefällten Bäume befinden sich auf Privatbesitz Foto: kh

Das ist weit mehr als ein dummer Jungenstreich!

IM OHMOORWÄLDCHEN wurden Jungbäume mutwillig abgeholzt

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Das kleine Waldgebiet zwischen Sachsenweg und der Straße Ohmoor hat einen unfreiwilligen Kahlschlag erlebt. Viele Jungbäume wurden radikal von Unbekannten gefällt.

„Bereits in den vergangenen Wochen haben wir vereinzelt gefällte Bäume gesehen. Nun fanden wir in einem Bereich die Eskalation vor“, berichten einige Anwohner, die mit ihren Hunden regelmäßig im Ohmoorwäldchen unterwegs sind. „Ganz offensichtlich wurden die Jungbäume mutwillig und sinnlos zerstört“, äußert sich eine Waldbesucherin schockiert: „Das geht deutlich über einen dummen Jungenstreich hinaus.“ Viele Baumstämme liegen zudem quer über den Weg verteilt, was ihn unpassierbar macht.

Eine Anzeige ist bereits beim Polizeikommissariat 24 eingegangen. Eine Strafverfolgung sei in diesem Fall jedoch nicht ganz einfach, teilte der stellvertretende Leiter Ralph Poluda auf Nachfrage mit. Zwar ist ein Teil des Wäldchens öffentliche Fläche, die betroffenen Bereiche befinden sich jedoch in Privatbesitz. „Es handelt sich hierbei um mehrere kleine Parzellen mit unterschiedlichen Eigentümern“, erklärt Poluda. Das erschwere eine Ermittlung deutlich. Zunächst müsse nun ein schriftlicher Antrag beim Kastasteramt gestellt werden, um die Eigentümer ausfindig zu machen. „Nur wenn die Besitzer daraufhin eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung stellen, können wir die Strafverfolgung aufnehmen“, räumt er ein.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Bäume aufgrund ihrer geringen Größe nicht unter den Schutz der Hamburger Baumschutzverordnung fallen und demnach per Gesetz auch keine Ordnungswidrigkeit vorliegt.

„Einige Bäume waren bereits über 10 Jahre alt und sind nun tot, weil irgendjemand sein Ego für wichtiger gehalten hat“, zeigen sich die Waldbesucher enttäuscht: „Wir hoffen inständig, dass die Täter verstehen, was sie da mit ihrer nachhaltigen Zerstörung der Natur getan haben beziehungsweise immer noch tun.“  Denn mittlerweile seien sogar weitere Bäume sinnlos gefällt worden.

Hamburger Baumschutzverordnung

„Es ist verboten, Bäume oder Hecken oder Teile von ihnen zu entfernen, zu beschädigen oder sonstwie in ihrer Wirkung als Zierde und Belebung des Landschaftsbildes zu beeinträchtigen“, heißt es in Paragraf 2 der Hamburger Baumschutzverordnung. Nicht unter diese Regelung fallen Obstbäume sowie Einzelbäume mit einem Brusthöhendurchmesser von weniger als 25 Zentimetern und einer Höhe unter 1,30 Meter. Erlaubt ist zudem das übliche Beschneiden von Hecken. Genehmigungen für das Fällen oder den Rückschnitt von Bäumen können jedoch erteilt werden.

Im Bundesnaturschutzgesetz §39 Abs.5.2 ist zudem mit der Fristenregelung festgehalten, dass in der Zeit vom 1. März bis 30. September ein grundsätzliches Verbot besteht, Bäume, Hecken und Gebüsche abzuschneiden. kh

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