Erinnert sich gern an seine Fußballzeit in Niendorf: Autor Julien Wolff Foto: Julien Wolff

Julien Wolff: Traumtreffer

Dieses Jugendbuch ist nicht nur für Fußballfans

Archiv, Niendorf| Views: 405

“Traumtreffer” heißt ein neues Jugend-Buch des Hamburger Autors Julien Wolff. Der Titel verrät es gleich, es geht um Fußball. Genauer um den 15-jährigen Leon, der Profi-Fußballer werden will.

Der Autor ist in Hoheluft-Ost geboren und aufgewachsen und hat nach fünf Jahren beim Eimsbütteler Turnverein (ETV), ab 2000 auch beim Niendorfer Turn- und Sportverein (NTSV) Fußball trainiert. Erst in der A-Jugend, dann bei den 3. Herren auf Kreisebene. An sein erstes Training dort kann sich Julien Wolff gut erinnern: „Mir hat es sofort  gefallen. Trainer war damals Daniel Franke. Einer, der sich total mit dem NTSV identifiziert hat und altersmäßig noch ziemlich nah an uns Jungs dran war. Das fand ich total super. Er hat einen echt guten Job gemacht.“

Knurriger Platzwart

Zwei weitere Männer haben den Autor zu seiner Zeit beim NTSV geprägt: „Wann immer ich mich an den Platzwart der Anlage am Vogt-Cordes-Damm erinnere, muss ich schmunzeln.
Wir mussten bei ihm immer den Schlüssel für den Bälle-Schuppen holen, und der Typ war ein echtes Hamburger Original, ziemlich knurrig, seine Wohnung direkt am Klubgebäude. Unter uns Spielern war immer die Frage: Wer geht heute zu ihm? Jeder wollte es vermeiden, manchmal haben wir gelost“, schmunzelt Wolff.

„Und Uwe Hardenberg bleibt mir immer in bester Erinnerung, die gute Seele des Vereins und der beste Trainer, den ich je hatte. Als einer unserer Gegenspieler uns Spieler mal bepöbelte rief Uwe von der Seitenlinie zu dem Chaoten: ‚Was willst du denn, du Weihnachtsmann?‘ Wir mussten alle lachen, das entschärfte die Situation. Uwe ist Kult!“

„Endlich mal auf Rasen“

Das Training damals fand auf dem Grandplatz am Vogt-Cordes-Damm statt. Später dann oft am Sachsenweg. Auf die Frage welches Turnier für ihn das „ereignisreichste“ mit dem NTSV war, antwortet der 35-Jährige: „Das größte Spiel war das Finale um den Heine-Gerstenberg-Pokal. Wir spielten endlich mal auf Rasen, an der Sternschanze. Wir verloren, dennoch waren wir sehr stolz auf diese Pokalsaison. Es war gleichzeitig mein letztes Spiel für den NTSV vor meinem beruflich bedingten Umzug nach Berlin.“

Inzwischen berichtet Wolff, der aktuell in München wohnt, in einer überregionalen Tageszeitung über Fußballspiele. Und bei einem Sport-Abo-Sender im Fernsehen als Experte. Wie
er zum Buchschreiben kam? „Ich interessiere mich sehr für die Talentförderung im deutschen Fußball. Da dachte mir eines Tages: Die Jungs in den Internaten erleben so viele coole Sachen – man müsste mal ein Buch drüber schreiben.”

Für alle, die Fußball lieben

Kommt er auch selbst in seinem Buch vor? „Ich habe zumindest viele Eindrücke verarbeitet, die ich während meiner Zeit als Jugendspieler und vor allem später als Journalist beim Berichten über Talente sammeln durfte. Die Hauptfigur Leon steht stellvertretend für alle, die den Fußball lieben. Leon ist aber viel besser und mutiger als ich. Ich glaube, der NTSV
hätte ihm gefallen.”

> „Traumtreffer” von Julien Wolff, Carlsen-Verlag, ISBN: 978-3-5-51-31698-1, 224 Seiten <

DARUM GEHTS

Für seinen Traum Profifußballer zu werden, trainiert der 15-jährige Leon hart, nutzt jede freie Minute. Mit Erfolg, denn er grätscht sich geradewegs ins Internat des FC Bayern. Leon
glaubt, seinem Ziel ganz nahe zu sein, doch sein Mitschüler Sandro sieht in ihm einen gefährlichen Konkurrenten und spielt mit fiesen Tricks. Als Leon sich auch noch verletzt und das
Vertrauen zu seinem besten Freund Aras schwindet, droht alles zu zerbrechen. Schließlich kommt es zu einem dramatischen Spiel, in dem es für Leon um alles geht.

CORINNA CHATEAUBOURG

 

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