Die Lebensmittellogistik liegt in den Händen von Ele Runge Foto: mf

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Etwas Warmes für Wohnungslose

Ehrenamtliche engagieren sich in der Kollaustraße

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Seit dem 1. November finden Obdachlose im Winternotprogramm in der Kollaustraße einen warmen Schlafplatz. Dafür, dass sie nicht mit leerem Magen ins Bett gehen müssen, sorgen engagierte Ehrenamtliche.

„Viele, die hierher kommen, haben den ganzen Tag noch nichts gegessen und bekommen bei uns die erste Mahlzeit“, erzählt Ele Runge, die sich seit vier Jahren im Förderverein „Winternotprogramm für Obdachlose“ engagiert und in der Kollaustraße für die Lebensmittel-Logistik zuständig ist. Die Betreiberin der Unterkunft, fördern und wohnen, stellt in der kalten Jahreszeit einen warmen Schlafplatz zur Verfügung. Für die Versorgung der Obdachlosen hat sich eigens ein Verein gegründet. Täglich um 16 Uhr treffen fünf bis sieben Ehrenamtliche in der Niendorfer Unterkunft ein, um Brötchen und Brote zu schmieren, Kaffee und Tee zu kochen, Salat zuzubereiten und Suppe aufzuwärmen. Ab 19 Uhr verteilen sie das Essen unter den Obdachlosen, die ab 17 Uhr eintreffen und die Unterkunft morgens wieder verlassen müssen. Was auf den Tisch kommt, hängt davon ab, welche Lebensmittel die Hamburger Tafel und auch private Spender liefern. Aber Ele Runge kann Zutaten bestellen.

Brötchenschmieren gehört zu den täglichen Aufgaben der Ehrenamtlichen Foto: mf

Brötchenschmieren gehört zu den täglichen Aufgaben der Ehrenamtlichen Foto: mf

An diesem kalten Januarabend bereiten Runge und ihre Team-Mitglieder 25 Tabletts mit Brötchen und 40 Liter Hühnersuppe für die rund 160 Menschen vor, die für die Nacht erwartet werden.

„Obdachlosigkeit gehört leider zu einer Großstadt dazu. Ich finde es wichtig, dass man sich um die Leute kümmert“, erklärt Jana Rosenkranz ihren freiwilligen wöchentlichen Einsatz, während sie Brötchen schmiert. „Bekannte fragen mich manchmal, ob dieses Ehrenamt nicht traurig oder deprimierend ist. Das finde ich gar nicht und freue mich, wenn die Bewohner sich freuen.“

Bei der Essensausgabe gibt es auch die Gelegenheit, einige Worte mit den Bewohnern zu wechseln: „Viele kennt man schon“, erzählt Ele Runge. „Für manche ist das Essen eine Selbstverständlichkeit, aber die allermeisten freuen sich darüber.“

Ele Runge schätzt an ihrem Ehrenamt den Kontakt zu den Bewohnern, aber auch die Arbeit in den Teams. Diese würden schnell zusammenwachsen: „Wir haben hier viel Spaß“. Und auch das Miteinander mit der Betreiberin der Unterkunft fördern und wohnen und der Security sei gut. Bis zum 31. März ist das Winternotprogramm geöffnet. Informationen zum Förderverein unter www.winternotpro gramm.de. mf

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