Welche Strecke hätten´s denn gern?

Machbarkeitsuntersuchung der U5 abgeschlossen – Bürger dürfen ab sofort mitplanen

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Die Machbarkeit der U5 Mitte steht fest. Die neue U-Bahn- Linie wird bis Stellingen über Lokstedt fahren. Ob die Strecke aber über den Siemersplatz oder den Lohkoppelweg führt oder als neue Option mit einer Y-Trasse sogar beide Haltestellen berücksichtigt, ist noch offen. Für die weiteren Planungen gibt es ein Bürgerbeteiligungsverfahren.

Die Planungen des mittleren Abschnitts der U5 nehmen mit der erfolgreich abgeschlossenen Machbarkeitsuntersuchung Fahrt auf. „Wir wissen jetzt, in welchen Varianten die U5 Mitte verlaufen kann und wo Haltestellen technisch machbar sind“, verkündete Bürgermeister Peter Tschentscher am 15. Januar während einer Landespressekonferenz im Rathaus. Fest steht, dass die U5 Mitte von der City Nord über Winterhude/Uhlenhorst und den Hauptbahnhof an der Universität vorbei Richtung Lokstedt und weiter bis zur S-Bahn-Haltestelle Stellingen führen wird.

Eine der modernsten U-Bahn-Linien Deutschlands soll die neue U5 werden Foto: Hochbahn

Eine der modernsten U-Bahn-Linien Deutschlands soll die neue U5 werden Foto: Hochbahn

Für die Trassenführung durch Lokstedt gibt nach wie vor drei Varianten. Eine Option sieht einen Verlauf der U5 über den „Umweg“ Siemersplatz vor, die neue zweite eine Y-Trasse mit einer Strecke bis Siemersplatz als Endhaltestelle und einer Ausfädelung hinter der Gärtnerstraße über den Lohkoppelweg nach Stellingen. „Die Y-Trasse muss sich aber in der notwendigen Nutzen-Kosten-Relation lohnen“, so Pressereferentin der Hamburger Hochbahn Pia Gängrich. Alternativ komme als dritte Variante in Betracht, dass die U5 „nur“ den Lokstedter Süden am Lohkoppelweg passiere und weiter bis Stellingen fahre. „In dem Fall würde der Siemers- platz aber weiterhin durch ein leistungsfähiges Busangebot angebunden werden“, betont Gängrich.

Der konkrete Verlauf und die Lage der Haltestellen sollen nun in einem öffentlichen Beteiligungsverfahren erörtert werden. „Mit den Ergebnissen der Machbarkeitsuntersuchung ist ein Planungsstand erreicht, der für den Start der Bürgerbeteiligung ideal ist“, so Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn: „Hamburgerinnen und Hamburger sollen die U5 zu ihrer U-Bahn-Linie machen und diese mitgestalten.“ Sie seien schließlich Experten vor Ort, die ihren Stadtteil besonders gut kennen.

Anfang Februar startet die Hochbahn deshalb mit vier zentralen Auftaktveranstaltungen. Die ersten zwei Termine finden am Freitag, 8. Februar, von 13 bis 18 Uhr und am Sonnabend, 9. Februar, von 10 bis 15 Uhr als Open House im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) statt.

Darüber hinaus können sich alle Bürgerinnen und Bürger an den weiteren Planungen erstmalig auch online über die Plattform www.schneller-durch- hamburg.de beteiligen, Fragen stellen, Anregungen geben und Änderungsvorschläge einbringen.  kh

 Auftaktveranstaltung: U5 – Hamburgs neue Lebensader: Open House im UKE, Fr., 8.2., 13 bis 18 Uhr und Sa., 9.2., 10 bis 15 Uhr, Hauptgebäude UKE, Martinistraße 52. Weitere Termine im Februar und März: www.schneller- durch-hamburg.de

 

Entlastung der Buslinien

In ihrem Streckenverlauf folgt die U5 im Wesentlichen den Metrobus-Linien 5 und 6, die mit 16 beziehungsweise 7 Millionen Fahrgästen pro Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Ziel des Baus der neuen U-Bahn ist demnach vorrangig eine Entlastung der stark frequentierten Buslinien sowie eine Kapazitätssteigerung um das fünf- bis zehnfache (je nach Taktdichte). Mit zusätzlich kürzeren Fahrzeiten, mehr Komfort und einer höheren Verlässlichkeit gegenüber dem Bus soll die U5 Wachstumspotentiale für umweltfreundliche Mobilität bieten. Rund 150 000 Hamburger sollen mit der U5 künftig fußläufig an das Schnellbahnsystem angeschlossen werden. Geplante Fertigstellung der neuen U-Bahn-Linie ist Anfang der 2030er Jahre. kh

 

Die Bürger sollen mitreden

Der Hamburger Senat hat seine Pläne für die neue U5-Trasse vorgestellt. Redakteurin Natascha Gotta hat sich bei den Bürgerschaftsabgeordneten aus dem Wahlkreis 7 (Lokstedt-Niendorf-Schnelsen) umgehört, was sie zu den Plänen sagen:

Milan Pein (SPD): Das ist eine gute Nachricht für unseren Wahlkreis. Lokstedt erhält einen weiteren Schnellbahnanschluss, es werden Busse entlastet, die Fahrgastkapazitäten erhöht, Fahrzeiten verkürzt und Stadtteile noch besser miteinander verbunden. Die Möglichkeit für die Menschen, ihre U5 mitzugestalten, halten wir für enorm wichtig. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung, damit die Wünsche und Anregungen vor Ort berücksichtigt werden und wir das Projekt U5 gemeinsam auf den Weg bringen können.

Anna Gallina (Grüne): Durch den Bau der U5 werden rund 150 000 Hamburger erstmals an die U-Bahn angebunden. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verkehrswende. Bei der konkreten Streckenführung ist es wichtig, Stellingen mit seinen Neubaugebieten anzubinden und eine Schienenanbindung für die 16 000 Arbeitsplätze von UKE und Beiersdorf zu schaffen. Darüber hinaus warten wir die vertiefende Prüfung sowie die Bürgerbeteiligung gespannt ab, beides wird wichtige Hinweise auf die endgültige Streckenführung geben.

Carsten Ovens (CDU): Grundsätzlich ist es gut und wichtig, die U5 über Lokstedt in den Westen zu führen. Welche Strecke durch unseren Stadtteil nun besser geeignet ist, soll die Analyse des HVV ergeben. Der Siemersplatz wird dabei hoffentlich auch als zentraler Verkehrsknotenpunkt bewertet. Ärgerlich ist insgesamt jedoch der Wortbruch durch die SPD. Eigentlich sollte die U5 im Westen und Osten zeitgleich geplant und gebaut werden. Nun müssen wir wohl bis in die 2030iger Jahre warten, bevor Lokstedt angefahren wird.

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