Verkehrszählung Durch die kleine und verwinkelte Grelckstraße in Lokstedt fahren täglich 3135 Fahrzeuge Foto: ngo

Verkehrszählung Durch die kleine und verwinkelte Grelckstraße in Lokstedt fahren täglich 3135 Fahrzeuge Foto: ngo

3000 Fahrzeuge täglich

Viel Verkehr in der Grelckstraße - Polizei sieht aber keinen Handlungsbedarf

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Auf Antrag des Lokstedter Regionalausschusses hat das Polizeikommissariat 23 das Verkehrs aufkommen in der Lokstedter Grelckstraße gemessen.

Der Grund: Anwohner und Kommunalpolitiker klagen, dass in der Tempo-20-Straße zu viele Fahrzeuge fahren würden und dazu auch noch zu schnell. Um sich ein genaues Bild davon zu machen, hat das Polizeikommissariat (PK) 23 im vergangenen November mit einem Verkehrsstatistikgerät eine sechstägige Messung durchgeführt. Standort der Messung war in Höhe der Hausnummern 20 bis 26.

Das Ergebnis: Der durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) liegt bei 3135 Fahrzeugen, so Matthias Lau, Leiter Prävention und Verkehr beim PK 23. „Für eine Tempo-20-Straße ist der Wert recht hoch, aber nicht kritisch,“ sagte Lau, der den Ausschuss-Mitgliedern die Zahlen vorstellte. Damit fahren pro Stunde etwa 130 Fahrzeuge durch die Lokstedter Straße. 62 Prozent macht der Pkw-Verkehr aus, der Transporter-Anteil liegt bei 14 Prozent, Lkw- und Lastzugverkehre erreichen zusammen 3,4 Prozent. Der Zweiradverkehr, dazu zählen Fahrräder und Motorräder, macht 21 Prozent aus. Mehr als die Hälfte aller Verkehrsteilnehmer überschreitet jedoch das Tempolimit von 20 km/h.

„Ins Auge fällt mit 1839 Fahrzeugen das hohe Verkehrsaufkommen in Richtung Oddernskamp,“ so der Erste Polizeihauptkommissar. In Fahrtrichtung Behrmannplatz sind es 1295 Fahrzeuge. Das stütze die Vermutung, dass einige Autofahrer zu Spitzenzeiten zwischen 16 bis 18 Uhr die Grelckstraße als Durchgangs- und Ausweichstraße nutzen, etwa bei Stau.
Allerdings werden über die Grelckstraße auch die Quartiere rund um Hagendeel, Hinter der Lieth und Feldhoopstücken aus östlicher Richtung erreicht, ordnet Lau die Zahlen ein.

Die Unfalllage sei „mehr als unauffällig“. Zwischen 2016 und 2018 gab es insgesamt 49 Unfälle, davon drei Unfälle mit leicht Verletzten. Bei den meisten Unfällen handelt es sich um sogenannte Parkrempler. Insgesamt ist die Verkehrssituation als „unkritisch zu bewerten,“ sagt Matthias Lau. „Die Polizei bewertet Verkehrsflächen nur vor dem Hintergrund der Verkehrssicherheit. „Da wir in dieser Hinsicht keinen Handlungsbedarf sehen, wird hier keine Empfehlung ausgesprochen,“ sagt Lau auf Wochenblatt-Nachfrage.

Für eine neue Verkehrsplanung sind diese Zahlen aber nicht belastbar. Für diese gelten höhere Maßstäbe – so erfolgt diese Zählung händisch und wird von der Behörde für Wirtschaft und Verkehr (BWVI) oder vom Bezirk angeordnet. Unsere „Messung dient nur der Einschätzung der Verkehrslage und zur Vorbereitung von Verkehrseinsatzmaßnahmen,“ erklärt Lau. Vorschläge der Kommunalpolitiker wie die Schaffung einer Einbahn- oder Spielstraße oder einen Wendehammer sind laut Polizei keine Optionen. „Eine Einbahnstraße würde das Geschwindigkeitsniveau negativ beeinflussen. Eine Spielstraße oder ein verkehrsberuhigter Bereich kann hier aus rechtlichen Gründen nicht angeordnet werden. Und für einen Wendehammer müsste die Straße umgeplant werden,“ sagt Lau. Die Fraktionen im Regionalausschuss wollen nach Vorstellung der Zahlen zunächst parteiintern prüfen, wie es weitergehen kann und  ihre Verkehrskonzepte erörtern.         ngo

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