Möchten an die Geschichte des Grootsees erinnern Harry Weigel und Walter Kossmann mit dem SPD-Bürgerschafts- abgeordneten Marc Schemmel (v.li.n.re.) Foto: kh

Badevergnügen anno dazumal

Lange bevor es das Schwimmbad am Bondenwald gab, hatten die Niendorfer bereits die Möglichkeit, naturnah unter freiem Himmel zu baden. Das „Moorbad Grootsee“ im heutigen Grootseepark wurde vor 100 Jahren von Familie Kossmann eröffnet.

Archiv, Niendorf| Views: 386

Die idyllische Grünanlage am Märkerweg ist heute vor allem wegen des großen Kinderspielplatzes bekannt. Dass es hier einmal das „Moorbad Grootsee“ mit einer Gaststätte gab, das in seinen besten Zeiten täglich bis zu 1000 Besucher anlockte, lässt sich heute nur noch erahnen. Lediglich der kleine namensgebende Grootsee im Zentrum des Parks erinnert noch an das große Badevergnügen anno dazumal.

„Ein Teil des heutigen Sees war früher ein Kinderbassin“, erinnert sich Walter Wilhelm Kossmann, dessen Großvater das Moorbad 1919 eröffnete. Damals habe es drei weitere Naturschwimmbecken gegeben, außerdem wurde ein Torfschlammbecken – das eigentliche Moorbad (auch Ententeich genannt) angelegt. „Wer damals hier baden ging, der musste danach definitiv duschen“, schmunzelt sein Halbbruder Harry Weigel rückblickend.

Geschlossen wurde das Moorbad 1960: Eine Weiterführung scheiterte an der nötigen Finanzierung der Vertiefung der Becken, da durch Kultivierungs- und Entwässerungsmaßnahmen der Wasserstand abgesenkt worden war. Zwischen 1979 und 1984 führte Kossmann auf der Grünanlage dann einen Angel- und Freizeitpark: „Dafür habe ich einen Großteil des heutigen Grootsees, der seinerzeit noch deutlich größer war, selbst ausgehoben.“

Haus abgebrannt

Im Jahr 1990 wurde das Parkgelände, das lange Zeit überwiegend im Privatbesitz der Familie stand, der Öffentlichkeit übergeben. Bis noch vor genau einem Jahr lebte Kossmann in dem Holzhaus im nördlichen Teil des Parks, bis es und mit ihm sein gesamter Besitztum am 20. Dezember 2017 abbrannte (das Wochenblatt berichtete). Mittlerweile ist das Gebäude komplett abgetragen und von einem großen Bauzaun umrahmt.

Der ehemalige Besitzer, der heute in Hummelsbüttel wohnt, möchte dieses Stück Niendorfer Geschichte nun, zum Beispiel mit einem Gedenkstein oder einer -tafel im Park, wieder in Erinnerung rufen. „Die SPD-Fraktion steht bereits mit dem Bezirks- amt und dem Forum Kollau in Kontakt und will das Thema auch im Regionalausschuss
aufgreifen“, betont der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Marc Schemmel, der die genau 100 Jahre zurückliegende Eröffnung des Moorbads als guten Anlass sieht, an die Geschichte des „großen Sees“ zu erinnern. kh

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