Störend? Hunderte Fahrräder sind auf dem Tibarg geparkt Foto: kh

Störend? Hunderte Fahrräder sind auf dem Tibarg geparkt Foto: kh

Fahrradsammelstelle Tibarg?

Anwohner-Kritik: Zu viele Räder verschandeln die gemütliche Einkaufsmeile in Niendorf

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Mit dem Fahrrad zum und über den Tibarg zu fahren, ist eine Möglichkeit, die oft genutzt wird. Die verfügbaren Abstellmöglichkeiten sind daher schnell besetzt. Alternativ wird das Rad dann auch an Bäumen oder Straßenschildern angekettet.

„Der Tibarg entwickelt sich immer mehr zum Schrottplatz, indem für die Räder die abenteuerlichsten Abstellmöglichkeiten generiert werden“, so die Kritik einiger Anwohner: „Vor allem ältere Menschen, teils mit Rollatoren unterwegs, haben zudem häufig Schwierigkeiten, an den Fahrradansammlungen besonders im Bereich der U-Bahn-Ausgänge vorbeizukommen.“

Quartiersmanagerin Nina Häder vom BID Tibarg II (Business Improvement District) kann bestätigen, dass der Fahrradverkehr auf dem Tibarg zugenommen hat. „Besonders bei gutem Wetter und an Wochenmarkttagen ist oft kaum ein freier Abstellplatz zu finden.“ Aus Mangel an Alternativen oder aus Bequemlichkeit werden dann Bäume und Schilder zum Abstellen genutzt, was auch zu Baum- und Lackschäden führen könne.

Gemeldete Schäden an Bäumen oder Schildern verursacht durch Fahrräder liegen dem Bezirksamt bislang aber nicht vor. „Hier müsste auch extrem böse Absicht vorliegen, um mit einem Fahrrad einen Baum wirklich beschädigen zu können“, meint Pressesprecher Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel. Aus diesem Grund und da der öffentliche Raum nicht mit Verbotsschildern zugepflastert werden soll, wird das Bezirksamt auch nicht aktiv:  Thomas Piper, Leiter Prävention und Verkehr, vom Polizeikommissariat 24 ergänzt dazu: „Da das Parken von Fahrrädern gesetzlich nicht geregelt ist, hätten Verbotsschilder zudem keine rechtsverbindliche Wirkung.“

Keine Knöllchen

„Und Strafzettel wären nicht praktikabel, da in den allermeisten Fällen der Eigentümer des Rades nicht festzustellen ist, schließlich gibt es keine Fahrradhalterdatei“, so Becker weiter. Eine kleine Maßnahme wird jedoch seit einigen Jahren über den BID Tibarg II organisiert: Unsachgemäß geparkte Räder erhalten von Tibargmeister Baj-ram Abazi einen Flyer, der auf korrekte Abstellmöglichkeiten hinweist.

Und davon gibt es verteilt über die Fußgängerzone einige. Im Rahmen der Neugestaltung des Tibargs im Jahr 2012 wurde die Anzahl der Fahrradabstellplätze von 200 auf über 400 erhöht, finanziert von den Grundeigentümern des Tibargs. Alte Radständer wurden dabei durch moderne Fahrradbügel einheitlich ersetzt. „Im Vergleich zu anderen gut frequentierten Plätzen im Stadtgebiet ist das Angebot hier sehr gut“, betont der Pressesprecher.

In den Untergrund?

Im Zuge des Entwicklungsplans „Tibarg 34“ solle aber die Planung neuer Fahrradplätze berücksichtigt werden. Ein Anwohner schlägt zum Beispiel eine Umgestaltung des Parkplatzes vor dem Ortsamt vor. Vorstellbar wäre nach Ansicht von Häder auch ein modernes (unterirdisches) Fahrradparkhaus. kh

Wildparkerei

Gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten für Radfahrer dieselben Verkehrsregeln wie für Autofahrer. Beim Parken besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zu Kraftfahrzeugen, da es für Fahrräder keine speziellen Parkverbote gibt. Das bedeutet: Das Fahrrad kann an beliebiger Stelle abgestellt werden, sofern es niemandem den Weg versperrt und die Verkehrsregeln eingehalten werden. Private Verbotsschilder hingegen dürfen Radfahrer nicht ignorieren. So kann sich ein Ladenbesitzer beispielsweise dagegen wehren, wenn Radfahrer ihr Rad vor einem Schaufenster oder einem Eingang abstellen. kh

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