Verwundert über die „Baggerarbeiten in der Schnelsener Feldmark ist Anwohnerin Erika Hahn, die gern den Kollauwanderweg nutzt. Denn es fehlen Info-Schilder über die Maßnahmen der Umweltbehörde Foto: ngo

Verwundert über die „Baggerarbeiten in der Schnelsener Feldmark ist Anwohnerin Erika Hahn, die gern den Kollauwanderweg nutzt. Denn es fehlen Info-Schilder über die Maßnahmen der Umweltbehörde Foto: ngo

Lebensraum für Flora und Fauna

In der Schnelsener Feldmark entstehen Ausgleichsflächen für die A7

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Auf den Feldern zwischen Vielohwisch und Schleswiger Damm heben seit Ende November Bagger und andere Baufahrzeuge lang gezogene Gräben aus. Viele Anwohner fragen, was dort passiert.

Auch die Niendorferin Erika Hahn geht dort entlang der Kollau regelmäßig spazieren und wundert sich über die „Baggerarbeiten“. Sie wandte sich an das Niendorfer Wochenblatt. Eine Nachfrage bei der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) liefert die Antwort: Für den Ausbau der A7 auf acht Spuren muss Hamburg laut Naturschutzgesetz Ausgleichsflächen schaffen.

Die Umweltbehörde setzt diese Verpflichtung aktuell in der Schnelsener Feldmark auf einer Fläche von etwa 30 Hektar um. Dabei „soll der Charakter einer freien Feldmark erhalten bleiben. Ziel der Maßnahme ist der Erhalt und die Herstellung von artenreichem Grünland als Lebensraum für Insekten, Amphibien und Vögel. Dazu werden Kleingewässer sowie Gräben neu angelegt,“ erklärt BUE-Sprecher Björn Marzahn.

Außerdem werden Anlagen innerhalb des Gebiets eingebaut, die die Wasserstände steuern. Neue Zäune schützen die Fläche. „Alte Kopfweiden und andere Gehölze werden zum Erhalt zurückgeschnitten und zum Teil neue gepflanzt,“ erläutert Marzahn die weiteren Maßnahmen. Die Bauarbeiten sollen im Januar abgeschlossen sein.

Im Frühjahr werden die Flächen dann neu gesät. Durch die Blüte hofft man auf viele verschiedene Insekten. „Zur Pflege und Entwicklung des Grünlands sind die Flächen an zwei landwirtschaftliche Betriebe unter Auflagen verpachtet. Die Flächen sollen zwei Mal im Jahr gemäht werden,“ sagt Marzahn.

Kein neuer Wanderweg

Ein zusätzlicher Wanderweg entlang der A7, der die kleine Straße am Sassenhof und den Kollauwanderweg in Höhe des Rückhaltebeckens für Spaziergänger verbinden würde, ist laut BUE-Sprecher Björn Marzahn nicht geplant. Das Naturschutzamt habe die Aufgabe auf den Flächen die Artenvielfalt zu erhöhen. Dafür sei es wichtig, Störungen zu vermeiden. „Die Qualität der Flächen liegt gerade in der Unzugänglichkeit und damit relativen Ungestörtheit der Flächen. Ein Weg würde diese Ziele konterkarieren“, so der Behördensprecher. ngo

Nicht für Hunde

Die Umweltbehörde weist darauf hin, dass Ausgleichsflächen keine Auslaufflächen für Hunde sind. Vögel und andere Tiere würden dadurch  massiv gestört. Der Hundekot könne zudem die Gesundheit von Kühen und Pferden gefährden, wenn diese das geerntete Gras fressen. „Landwirtschaftliche Flächen sind keine Rasenflächen, sondern quasi ‚Salatschüsseln’ für Nutztiere wie Kühe,“ erklärt der Umweltsprecher.

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