Von der Stadt verkauft Das schmucke Bürgerhaus Lokstedt Foto: mf

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Bürgerhaus verkauft

Stadt Hamburg veräußert auch die ASB Rettungswache in Niendorf

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Insgesamt 62 städtische Immobilien sollen an die Sprinkenhof GmbH verkauft werden, darunter auch das Bürgerhaus Lokstedt und die Rettungswache des Arbeiter Samariterbundes (ASB) in Niendorf.

Als „Neuordnung und Optimierung des Immobilienmanagements – Übertragung von Gewerbeimmobilien aus dem Allgemeinen Grundvermögen an die städtische Sprinkenhof GmbH“ teilte der Senat der Bürgerschaft am 13. November die Planungen mit. Für rund 73,5 Millionen Euro will Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) die betroffenen Grundstücke und Gebäude an die Sprinkenhof GmbH übertragen. Diese ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt und verwaltet zahlreiche ihrer Gewerbeimmobilien. Allerdings ist sie auch angehalten, Gewinne zu erwirtschaften. Kritiker befürchten Mieterhöhungen und einen Einflussverlust der Stadt. Unter den 62 veräußerten Gebäuden und Grundstücken befinden sich das Bürgerhaus Lokstedt (Sottorfallee 9) und die Rettungswache des ASB in Niendorf (Alwin-Lippert-Weg 16).

Ziel ist laut Senat die Zusammenführung der Kompetenzen in der Bewirtschaftung des Immobilienvermögens und die Verbesserung der Abläufe in der Vermietung, Verwaltung, Sanierung und Instandhaltung der Objekte. „Ob und welche Maßnahmen gegebenenfalls durchgeführt werden könnten, lässt sich entlang der einzelnen Objekte noch nicht sagen“, erklärt Claas Ricker, Sprecher der Finanzbehörde. „Klar aber ist, und das gilt ausdrücklich für alle Gebäude dieser Art, dass die Sprinkenhof alle etwaigen Maßnahmen mit den Mietern abstimmen wird.“

Die Sprinkenhof GmbH sei bereits in der Vermieter- und Verwalterposition und gerade für zuwendungsfinanzierte Einrichtungen hätte die Finanzbehörde mit den Bezirken vereinbart, notwendige Budgetanpassungen zu erörtern. „Das Ziel ist, den Sanierungsstau abzubauen und die Infrastruktur in den Stadtteilen zu stärken. Für die Mieter besteht keinerlei Anlass zur Sorge, alle Gebäude bleiben in städtischer Obhut“, betont Ricker.

„Eine Umschichtung der Eigentumsverhältnisse innerhalb der Stadt ist zu begrüßen, wenn dadurch Vorteile entstehen wie eine professionellere und damit kostengünstigere Verwaltung“, so  Carsten Ovens, CDU-Bürgerschaftsabgeordneter für den Wahlkreis Lokstedt, Niendorf und Schnelsen. Ovens gibt aber zu bedenken: „Mit den direkt betroffenen Institutionen wurde hier offenbar ebenso wenig gesprochen wie die Politik offiziell informiert wurde. Daher lässt sich schwer abschätzen, welche Auswirkungen folgen werden. Institutionen wie das Bürgerhaus Lokstedt sind wichtig für die Stadtteilkultur und brauchen Planungssicherheit.“ Die betroffenen Institutionen gehen gelassen mit dem Verkauf  um: „Wir sehen das entspannt. Hier wird ja nur Vermögen der Hansestadt umgeschichtet. Wir gehen davon aus, dass Bezirk und Stadt das Bürgerhaus im Sinne der Stadtteilkultur erhalten und nachhaltig unterstützen wollen und werden. Wenn es Mieterhöhungen geben sollte, werden diese durch strukturelle Mittel aufgefangen werden müssen“, erklärt Joerg Kilian, Vorsitzender des Bürgerhauses Lokstedt. Ähnlich sieht es der ASB: „Für uns ist das aktuell kein Thema“, kommentiert ASB- Sprecherin Petra Witt den Verkauf. „Die Sprinkenhof GmbH ist seit Jahren unsere Verwalterin. Es ändert sich nichts.“ mf

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