Geschlossen Der NDR musste wegen Asbestfasern in der Atemluft sein Bürohochhaus in Lokstedt schließen Foto: ngo

Geschlossen Der NDR musste wegen Asbestfasern in der Atemluft sein Bürohochhaus in Lokstedt schließen Foto: ngo

Asbest beim NDR

Sender muss Hochhaus in Lokstedt schließen - 300 Mitarbeiter umgesiedelt

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Der NDR muss auf seinem Rundfunk-Gelände in Lokstedt mehr als 300 Mitarbeiter umsiedeln. Nach Asbestfunden in der Raumluft ist das Hochhaus im Hugh-Greene-Weg auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Im NDR-Haus 11 – dem weithin sichtbaren Büroturm  – wurden Dienstag vergangener Woche Asbestfasern in zwei Büroräumen nachgewiesen. Der Sender hat daraufhin das 15-geschossige  Gebäude komplett schließen lassen. „Eine Gesundheitsgefahr ist nicht völlig auszuschließen,“ sagt NDR-Sprecherin Iris Bents auf Wochenblatt-Nachfrage.

Die Messungen erfolgten im Zuge von Sanierungsarbeiten stichprobenartig im gesamten Haus. Dabei wurden in der 14. Etage Asbestfasern in der Atemluft nachgewiesen: bis zu 3000 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt die Asbestmaximalbelastung auf 200 Fasern fest. Bei dem verbauten Asbest handelt es sich um Krokydolith-Asbest (Blauasbest).

Das Haus 11 wurde in den 1970er Jahren gebaut. Damals wurde eine asbesthaltige Füllmasse in den Fugen zwischen den Geschossdecken verwendet. Es habe laut NDR regelmäßig Messungen gegeben – auch vor den aktuellen Sanierungsmaßnahmen. „Die Befunde dieser Messungen waren in der Vergangenheit unauffällig,“ sagt NDR-Sprecherin Bents.

Seit der Schließung am vergangenen Donnerstag sollen nun im gesamten Haus Messungen stattfinden.

Deshalb haben die NDR-Mitarbeiter, die in Haus 11 untergebracht sind, auf unbestimmte Zeit keinen Zutritt mehr. Laut einer internen Mail müssen private Unterlagen im Hochhaus verbleiben. Nur „sendungsrelevante Unter- lagen“ würden nach Absprache mit Vorgesetzten durch Experten in Schutzanzügen aus Redaktionsräumen geholt werden, so die Anordnung.

Aktuelle Sendungen wie „Tagesschau“, „Hamburg Journal“ oder „DAS!“ sind nicht im betroffenen Haus untergebracht. Die Redaktionen von „Visite“, „Markt“, „ARD Zulieferung“, „Ausland“, „Zapp“ und „Panorama 3“ haben aber bislang dort gearbeitet. Dennoch sei der Sendebetrieb gesichert: „Nach derzeitigem Stand können alle Mitarbeiter durch die Nutzung von Konferenzräumen, das Zusammenrücken in anderen Gebäuden und mobiles Arbeiten untergebracht werden,“ sagt NDR-Sprecherin Iris Bents. So wurden auch externe Büroräume angemietet.

Die Höhe der Sanierungskosten und möglicher weiterer Kosten  ist laut der NDR-Sprecherin unklar: „Das ist derzeit noch nicht zu beantworten. Das weitere Vorgehen ist von den Ergebnissen der Messungen abhängig.“ Von diesen noch offenen Messwerten hänge es auch ab, wie lange das Bürohaus geschlossen bleibe oder ob eine mögliche Teilöffnung von Haus 11 denkbar sei. ngo

 

Altes Gift

Der preisgekrönte NDR-Film „Asbest: Altes Gift – neue Kranke“ von Panorama-Redakteuren zeigt die Gefahr, die von Asbest ausgeht: Kurz-URL bit.ly/2r28mLp

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