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Die entscheidende Szene beim Zusachauer: Wie soll sich Polizistin "Harry" Möller (Maria Ketikidou) entscheiden? Foto: Das Erste

Gerechtigkeit vor Recht

Ohmoor-Schüler stimmen vorab über das Ende einer Episode der Serie Großstadtrevier ab

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Um eine „Frage der Gerechtigkeit“ ging es in der gleichnamigen Episode der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Erstmals konnten die Zuschauer über den Ausgang einer Folge abstimmen. Zuvor trafen bereits Schüler vom Gymnasium Ohmoor einen Vorentscheid.

„Die Vorab-Entscheidung einer Notfalljury war sozusagen unser Sicherheitsnetz, falls es während der Abstimmung der Zuschauer per Telefon oder App zu technischen Störungen gekommen wäre“, so die zuständige Redakteurin beim NDR, Franziska Dillberger. Die 24 16- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler einer Philosophie-Klasse am Gymnasium Ohmoor, die das Thema Gerechtigkeit aktuell im Unterricht behandeln, boten dabei ihrer Meinung nach beste Voraussetzungen einer unbefangenen und unabhängigen Jurymeinung.

Mit einer Antwort auf die Frage „Was ist eigentlich gerecht?“ trafen die Schüler, nachdem sie die Folge vor der offiziellen Ausstrahlung sehen durften, ihre Entscheidung. Im Gegensatz zum Zuschauer-Voting, bei dem immerhin 71 Prozent für den „gerechten“ Ausgang stimmten, war das Schüler-Ergebnis weniger eindeutig. 13 Schüler entschieden sich für die Gerechtigkeit und damit die Täter laufen zu lassen, während elf für Recht und eine polizeiliche Festnahme plädierten.

„Beeindruckt war ich vor allem von den Begründungen und der anschließenden Diskussion in der Klasse“, berichtet Dillberger. Pro Gerechtigkeit wurde beispielsweise argumentiert, dass die Gefahr einer Wiederholung der Tat nicht bestünde. Andererseits könne eben nicht nach Belieben das Recht mal angewendet werden und mal nicht, lautete ein Con- tra-Argument.

Warum die Zuschauer-Entscheidung dagegen so eindeutig ausfiel, kann die Redakteurin nur mutmaßen: „Wie so oft im Großstadtrevier geht es um große Haie und kleine Fische. Die Empathie für die Nöte und Probleme der kleinen Fische scheint bei den Zuschauern größer zu sein.“ kh

Eine Frage der Gerechtigkeit: Darum ging es beim „Großstadtrevier“

Zum Inhalt: Der Traum vom Eigenheim endet für einige Hamburger in der Obdachlosigkeit, nachdem sie von einem insolventen Bauunternehmer um ihr Vermögen gebracht wurden. Die wütenden Geschädigten campieren auf dem Gelände des Mehrfamilienhauses im Rohbau, das von den Beamten des Großstadtreviers geräumt werden soll. Zeitgleich häufen sich Überfälle auf mehrere Betriebe. Es stellt sich heraus, dass der Chef der überfallenen Unternehmen zugleich Chef der insolventen Baufirma ist. Kurz darauf kommt Bewegung in die Baustelle, da die Käufer nun selbst das Haus fertigbauen wollen. Das Geld der neuen Baumaterialien kommt, wie die Polizeibeamten herausfinden, aus der Beute der Überfälle, die der Enkelsohn einer Geschädigten mit seiner Freundin begangen hat.

Die Folge wird in der Szene unterbrochen, als die Polizistin Harry Möller (gespielt von Maria Ketikidou) vor dem jungen Täterpaar mit deren Tochter auf dem Arm steht. Die Entscheidung, ob sie die beiden festnehmen (Recht) oder laufen lassen (Gerechtigkeit) soll, trafen die Zuschauer und bestimmten damit über den Ausgang der Großstadtrevier- Episode. Zu sehen ist die Folge in der Mediathek von daserste.de, einfach unter dem Stichwort „Eine Frage der Gerechtigkeit“ suchen.

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