Bedenken Viele Kritiker fürchten, dass für Schüler der Stadtteilschule Niendorf und ältere Radfahrer der Schutzstreifen auf der Straße unsicherer ist als der Radweg auf dem Gehweg Foto: ngo

Bedenken Viele Kritiker fürchten, dass für Schüler der Stadtteilschule Niendorf und ältere Radfahrer der Schutzstreifen auf der Straße unsicherer ist als der Radweg auf dem Gehweg Foto: ngo

Veloroute 3 sorgt für Zoff

Hitzige und langwierige Debatte am Montag im Regionalausschuss

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Der geplante Streckenabschnitt der Veloroute 3 durch die Paul-Sorge-Straße in Niendorf hat im Regionalausschuss Lokstedt für eine teils heftige Diskussion gesorgt. Am späten Abend wurde der Antrag auf „Optimierung“ angenommen.

Die Sitzung war außergewöhnlich gut besucht: Rund 50 interessierte Bürger waren am Montag gekommen. Die Mehrheit wollte ihre Fragen zum Velorouten-Ausbau in der Paul-Sorge-Straße vortragen. Thorsten Rösch vom Bezirksamt Eimsbüttel stellte klar, dass die Verwaltung die Vorgaben vom Bündnis für Radverkehr umzusetzen habe.

Wie berichtet sind viele Niendorfer gegen die Verlegung der Radspur auf die Fahrbahn. Sie fordern stattdessen die Sanierung kaputter Radwege, etwa im Garstedter Weg. Auch die mangelnde Bürgerbeteiligung macht viele Bürger wütend.

Die Fragen nach Bedarf und Sinnhaftigkeit einer Veloroute durch die Paul-Sorge-Straße führte zu einer hitzigen Auseinandersetzung. Die CDU zweifelt den tatsächlichen Umbaubedarf an und kritisiert die Baukosten von 3,5 Millionen Euro. Zudem  wird befürchtet, dass der Ausbau zur Rennstrecke führen könnte, wenn die Parkflächen auf der Straße verschwänden. „Der Umbauplan hat mit den Realitäten vor Ort nichts zu tun,“ so Rüdiger Kuhn (CDU). In ihrem Antrag forderte die CDU, die aktuellen Planungen zu stoppen und den Radverkehr zu zählen. Mögliche Alternativen seien: Tempo 30 in der gesamten Straße, die Verlegung des Radverkehrs auf eine Straßenseite und Einschränkungen für den Schwerverkehr. Andernfalls sollten nur Mängel behoben werden.

Für SPD, Grüne und Linke ist das keine Option. Die Linksfraktion steht hinter dem Veloroutenplan. Mit Fakten der Gegenwart könne kein Konzept für die Zukunft erstellt werden, sagte Ali Mir Agha (Grüne) in Richtung CDU. Ines Schwarzarius (SPD) plädierte dafür, den vorhandenen Plan zu optimieren. Der Ton zwischen Politikern gewann mit Bemerkungen wie „populistisch“ und „vorgezogener Wahlkampf“ im weiteren Verlauf an Schärfe.

Der Niendorfer Hartmut Gusner, der Unterschriften gegen den Streckenabschnitt sammelt, beklagte in der Bürgerfragestunde, dass die Niendorfer von Politik und Verwaltung nicht mit einbezogen werden. „Ich habe in den letzten Wochen gut 250 Menschen in der Paul-Sorge-Straße befragt. Ob Ältere oder Mütter mit Kindern – viele wollen nicht auf die Straße.“ Andere Bürger forderten statt Umbau die Sanierung der vorhandenen Radwege.

Während der CDU- Antrag keine Mehrheit fand, wurde der Antrag von SPD und Grünen angenommen. Nun soll geprüft werden, ob der Tempo-30-Abschnitt ausgeweitet werden könne und rot eingefärbte Radfahrstreifen (durchgezogene Linie) statt der geplanten Schutzstreifen (gestrichelte Linie) möglich wären. Auch Sprunginseln auf der Fahrbahn zur Verkehrsberuhigung kämen in Betracht. Auf Grund der langen Diskussion muss der Ausschuss „nachsitzen“ und am 26. November die restliche Tagesordnung abarbeiten. ngo

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