Große Ehre und Anerkennung, die Deutsche Faustball-Liga ernannte den Eimsbütteler Turnverband (ETV) zum ersten Nationalen Faustball Stützpunkt, im Bild: Claus Ehlbeck (li.) und DFBL Präsident Uli Meiners Foto: ap

Große Ehre und Anerkennung, die Deutsche Faustball-Liga ernannte den Eimsbütteler Turnverband (ETV) zum ersten Nationalen Faustball Stützpunkt, im Bild: Claus Ehlbeck (li.) und DFBL Präsident Uli Meiners Foto: ap

Eine Sportart meldet sich zurück

Ehemaliger Weltmeister aus Niendorf will Faustball in Hamburg wieder groß machen

Archiv| Views: 157

Rund 350 Gramm schwer und 68  Zentimeter rund ist die große Leidenschaft von Claus Ehlbeck, ehemaliger Weltmeister und Fachleiter Faustball im Verband für Turnen und Freizeit (VTF) Hamburg.

Auf dem Sprung zum Deutschen Vizemeister, Claus Ehlbeck 1989 im vollen Körpereinsatz Foto: privat

Auf dem Sprung zum Deutschen Vizemeister, Claus Ehlbeck 1989 im vollen Körpereinsatz Foto: privat

Elfmal war Deutschland seit 1968 Weltmeister, 1979 war Ehlbeck selbst mit von der Partie. Der Niendorfer erinnert sich gern an seine aktive Zeit zurück. „Anekdoten und Geschichten gibt es unendlich viele“, sagt er. Aber Ehlbeck hängt der Vergangenheit nicht nach, sondern ist leidenschaftlich und unermüdlich im ehrenamtlichen Einsatz , um den Faustball in Hamburg wieder zu revitalisieren.

Hamburg in der Krise

Das dynamische Rückschlagspiel  wird weltweit in über 75 Ländern gespielt, Deutschland gehörte schon immer zu den erfolgreichen und etablierten Faustball-Nationen. Doch in der Hansestadt steckt die nicht-olympische Sportart seit einigen Jahren aufgrund massiver Nachwuchsprobleme in der Krise. Zum Glück gibt es Menschen wie Claus Ehlbeck, denen nicht das große Geld, sondern die Sportart am Herzen liegen. Ein ganz großes Etappenziel hat der 63-Jährige am 16. Oktober erreicht, als der Eimsbütteler Turnverband (ETV), für den er über 20 Jahre lang in der Bundesliga spielte, von der Deutschen Faustball-Liga (DFBL) offiziell zum Nationalen Faustball-Stützpunkt ernannt wurde. Diese besondere Anerkennung soll Aufwind geben, optimistisch weiter zu machen, den Idealismus für diesen großartigen Sport nicht zu verlieren.

Neue Ziele erreichen

DFBL-Präsident Uli Meiners betonte in seiner launigen Festakt-Ansprache, dass Faust- ball „keine Nischen-, sondern eine In- sider-Sportart“ sei und lobte das vorbildliche Engagement von Claus Ehlbeck und seinen Mitstreitern. Die nächsten Weichen sind bereits gestellt: neben der Ausweitung des Faustballs im Schulsport (s. Infokasten) und der Ausrichtung der Deutschen Seniorenmeisterschaften in Hamburg wird zur Zeit auch die Teilnahme des iranischen ETV-Teams an der WM 2019 in Winterthur vom Weltverband geprüft.

Kleiner Ball, große Ziele! Ach ja, ein Vier-Nationenturnier mit Dänemark, Holland, Belgien und dem Iran schwebt Tausendsassa Claus Ehlbeck „so nebenbei“ auch noch vor.                ap

Sportliches Wissen: Was ist Faustball?

Altes Spiel neu erklärt:

Faustball ist eine der ältesten Sportarten der Welt. Erste Aufzeichnungen gehen auf das Jahr 240 n. Chr. und den römischen Kaiser Gordianus zurück. Im 16. Jahrhundert erlebte das Spiel unter Adligen und Edelleuten eine Renaissance. Der moderne Faustballsport ist nicht olympisch, aber seit Jahren bei den

World Games vertreten. Es finden Weltmeister-, Europa- und Landesmeisterschaften statt. Faustball ist ein Rückschlagspiel, bei dem sich zwei Mannschaften auf zwei 25 mal 20 Meter großen Halbfeldern gegenüberstehen. Diese sind, ähnlich wie beim Volleyball, durch eine Mittellinie und ein bis zu zwei Meter hohes, netzartiges Band getrennt. Jede Mannschaft besteht aus fünf Spielern, die versuchen, einen Ball mit dem Arm oder mit der Faust für den Gegner unerreichbar in das andere Halbfeld zu spielen. Da pro Spieler ein relativ großer Raum abzudecken ist, darf der Ball vor jeder Berührung einmal innerhalb des Spielfeldes auf dem Boden aufspringen. Der Ball erreicht beim Angriff Geschwindigkeiten von über 100 km/h und wird je nach Spielzug mit der Faust oder der Innenseite des ausgestreckten Unterarms geschlagen.   ap

In kleinen Teams ideal für den Schulsport

Christian Sondern Foto: ap

Christian Sondern Foto: ap

Mehr Kinder über den Schulsport für Faustball im Verein begeistern – das ist das Ziel des ehemaligen Faustball-Europa- und Vizeweltmeisters Christian Sondern, der 1992 als Schüler selbst an einem Faustball-Nationalteam-Lehrgang teilnahm. Für den Hamburger Verband für Turnen und Freizeit (VTF) ist der Lokstedter als Schulsportbeauftragter tätig. Bereits zum fünften Mal  fand im April der Hamburger Schulfaustball-Cup statt, dieses Mal in Lurup. „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen Schulen finden, die Interesse an dieser Sportart haben“, so Sondern. Zunächst in kleinen Teams von zwei gegen zwei  bietet sich Faustball ideal für den Schulsport an. „Bei Interesse komme ich sehr gern zum Informationsaustausch in die Schulen und wir bieten Fortbildungen für Sportlehrkräfte an“. Kontakt: christiansondern@gmx.de ap

Comments are closed.