Umleitung Wegen der Bauarbeiten in der Stresemannallee sind bis 2020 die Haltestellen „Veilchenweg (West)“ und drei weitere Stationen der Buslinie 181 in Richtung Innenstadt gesperrt Foto: ngo

Umleitung Wegen der Bauarbeiten in der Stresemannallee sind bis 2020 die Haltestellen „Veilchenweg (West)“ und drei weitere Stationen der Buslinie 181 in Richtung Innenstadt gesperrt Foto: ngo

Ärger auf ganzer Linie

Anwohner und Politiker fordern Änderungen auf der Lokstedter Buslinie 181

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Die Stresemannallee ist für den Ausbau zur Veloroute 3 bis 2020 eine Mega-Baustelle. In Lokstedt sind deshalb vier Haltestellen der Buslinie 181 in Fahrtrichtung Innenstadt gesperrt. Ein großes Problem, besonders für Ältere.

Seit Juli werden die vier Bushaltestellen „Max-Tau-Straße“, „Lohkoppelweg“, „Veilchenweg (West)“ und „Sorthmannweg“ der Linie 181 in Richtung „U/S Sternschanze“ nicht mehr angefahren. Grund sind die mehrjährigen Bauarbeiten in der Lokstedter Stresemannallee, die zwischen Lohkoppelweg und Bötelkamp bis Bauende eine temporäre Einbahnstraße ist. Auf der Umleitungsroute hat die Hochbahn die Ersatzhaltestellen „Lenzweg“ (im Lenzweg vor der Kreuzung Brehmweg) und „U Lutterothstraße“ (hinter dem Kreisel in der Straße Eidelstedter Weg) eingerichtet.

Doch gerade für ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Buskunden sind die längeren Wege zu den umliegenden Busstationen beschwerlich. Fahrgäste müssen längere Fahr- und Umsteigezeiten einplanen. Außerdem fährt die Linie 181 nicht durchgängig im Zehn-Minuten-Takt.

Die Hochbahn sah auf Wochenblatt-Nachfrage im Juli keinen Änderungsbedarf. Viele Lokstedter und Bus-Nutzer sind mit Blick auf die sehr lange Bauzeit und über die getroffene Umleitungsregelung verärgert (das Wochenblatt berichtete).

Lösung gesucht

Jetzt haben die Kommunalpolitiker im Regionalausschuss Lokstedt die große Belastung für die betroffenen Fahrgäste auf ihre Agenda gesetzt (lesen Sie hierzu die Stellungnahmen auf Seite 3). Fraktionsübergreifend haben die Politiker einem Antrag zugestimmt, der die Vorsitzende der Eimsbütteler Bezirksversammlung auffordert, einen Vertreter der Hamburger Hochbahn in den Ausschuss einzuladen. Die Politiker des Lokstedter Regionalausschusses wollen mit dem HVV Möglichkeiten der Umleitung auf der Buslinie 181 erörtern und Verbesserungsmaßnahmen für die Fahrgäste wie etwa optimierte Umsteigesituationen diskutieren. Bislang hat die Hochbahn auf die Einladung des Bezirksamtes nicht reagiert. Andreas Stonus von der CDU und andere Politiker im  Lokstedter Ausschuss hoffen jedoch auf eine zeitnahe Zusage der Hochbahn. ngo

 

Politiker nehmen Stellung zu der Situation auf der Buslinie 181 in Lokstedt

Fahrgäste der Buslinie 181 in Lokstedt müssen wegen der Baustelle in der Stresemannallee bis 2020 große Umwege in Kauf nehmen und mehr Zeit einplanen. Darüber sind viele Bürger verärgert und fordern die Kommunalpolitik zum Handeln auf. Wochenblatt-Redakteurin Natascha Gotta hat Rüdiger Rust (SPD), Lisa Kern (Grüne), Andreas Stonus (CDU) und Manuela Pagels (Die Linke) – alle Mitglieder im Regionalausschuss Lokstedt – um Stellungnahmen gebeten.

Rüdiger Rust, Fraktionsvorsitzender der SPD- Fraktion Eimsbüttel: Als SPD-Fraktion haben wir das Thema in den Regionalausschuss gebracht, um dort gemeinsam mit dem HVV und der Verwaltung genau hinzuschauen, wo es angesichts der langen Bauzeit Möglichkeiten gibt, die Situation im Stadtteil zu verbessern. Wie schon aus unserem Antrag hervorgeht, unterstützen wir unbürokratische Erleichterungen für die Fahrgäste. Klar ist: Wir wollen die entstehenden Belastungen so gering wie möglich halten und erwarten, dass die Vertreter des HVV zeitnah in den Ausschuss kommen.

Lisa Kern, Fraktionsvorsitzende der Grünen Eimsbüttel: Im Gegensatz zum HVV sehen die Grünen Optimierungsbedarf bezüglich der Umleitungsregelung des 181ers, um die Umsteigesituation für ältere und in der Mobilität eingeschränkte Menschen zu verbessern. Eine Überprüfung soll gemeinsam mit dem HVV bei einem Referentengespräch im Regionalausschuss geschehen. Wir werden uns auch für ein Entgegenkommen des HVV gegenüber betroffenen Nutzern hinsichtlich der zeitlichen Ausweitung von Zeitkarten während der Einschränkungen einsetzen.

Andreas Stonus, sitzt für die CDU im Regionalausschuss Lokstedt: Die Verkehrssituation in Hamburg ist aufgrund der vielen Baustellen eine Herausforderung. Gerade die Stadtteile Lokstedt, Niendorf und Schnelsen sind doppelt betroffen, da hier der Deckelbau der A7 und die städtischen Straßenbaumaßnahmen den Verkehr beeinträchtigen. Wegen der zu erwartenden Verzögerungen auf der Buslinie 181 ist es notwendig die Nutzungszeiten der CC-Karten für den Zeitraum der Umleitung zu erweitern. Damit kann der HVV vermeiden, dass die Leute auf ihre Autos umsteigen.

Manuela Pagels, vertritt die Linksfraktion:  Die Linksfraktion hält den Ausbau der Veloroute 3, aber auch die Netzarbeiten für sinnvoll und notwendig, weil wir alle von der Förderung des Radverkehrs als abgasfreie und leise Verkehrsart profitieren. Der höhere Fahrzeitaufwand der temporären Busumleitung ist ungünstig. Wir halten sie aber für  vertretbar. Mögliche Varianten, auch in Umsteige-, Wartezeit und Taktung, sollte ein HVV-Vertreter im Ausschuss diskutieren. Vor allem mit Blick auf den Winter und im Sinne der Senioren und Gehbehinderten.

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