Bürgergespräche Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach in der Niendorfer Kursana-Residenz mit den Bürgern über ihre Anliegen Foto: ngo

Bürgergespräche Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach in der Niendorfer Kursana-Residenz mit den Bürgern über ihre Anliegen Foto: ngo

Im Dialog mit Bürgern

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher vor Ort im Stadtteil

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In der Kursana-Residenz in Niendorf stellte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher am Montagabend den Fragen der Bürger.

Großer Andrang in der  Kursana: Rund 270 Besucher waren gekommen, um mit dem Bürgermeister zu diskutieren. Peter Tschentscher, der seit März im Amt ist, bezeichnete Wohnungsbau und Verkehr als die aus seiner Sicht wichtigsten Stadtthemen. „Wir brauchen Wohnraum für alle, egal ob jung oder alt, Familie oder alleinstehend.“ Neben Sozialwohnungen setze der Senat auf den Acht-Euro-Wohnungsbau. Auch der Bau von kleinen, günstigen Seniorenwohnungen schaffe Platz für Familien.

Der Verkehr in der Stadt ist laut Tschentscher das andere Riesenthema, „denn alle wollen komfortabel, sicher und günstig unterwegs sein.“ Deshalb der Aus- und Neubau von U- und S-Bahn und der Buslinien, wie etwa der U5. Da der Bau aber Jahre brauche, habe er mit den Verkehrsunternehmen geprüft, wie sich die Situation sofort verbessern lasse. So führen ab Dezember U- und S-Bahnen und Busse öfter.

Was Bürger bewegt

Damit alle Menschen, auch mit kleinem Portemonnaie, in Hamburg gut leben können, müssten aber alle Probleme angegangen werden, so der Bürgermeister, der damit die Fragerunde eröffnete.

Ganz oben auf der Themenliste standen die Fahrradwege und die Veloroute 3.

Im Garstedter Weg gäbe es keinen durchgängigen Radweg. Radfahrer müssten streckenweise ungeschützt ohne Radstreifen auf der stark befahrenen Straße fahren und auch Kinder nach dem 10. Lebensjahr nutzten zur Sicherheit verbotenerweise den Fußweg, monierten die Niendorfer. Hier versprach Tschentscher eine Klärung.

Veloroute 3

Eine Veloroute durch die Paul-Sorge-Straße wird von vielen Niendorfern abgelehnt. Die dortigen Radwege seien gut in Schuss, das Geld sollte besser in Ausbau und Sanierung anderer Radwege gesteckt werden. Viele ärgern sich, dass Politik und Verwaltung die Strecke ohne Bürgerbeteiligung geplant haben. „Die Politik nimmt uns nicht mit,“ so ein Anwohner. Ein Kritikpunkt, der auf große Zustimmung stieß. „Deshalb stehe ich hier,“ so Tschentscher, „weil ich alles im Original hören möchte.“ Bei einer Veloroute ginge es aber darum, auf großer Distanz eine leistungsfähige Radverkehrsverbindung zu schaffen. Experten bestätigen zudem, dass ein Radweg am Fahrbahnrand am sichersten sei. Das zeige sich bereits in Barmbek. Tschentscher räumte aber ein, das die Lage in der Paul-Sorge-Straße eventuell nicht ausreichend erhoben wurde und Verbesserungen möglich seien.

270 Bürgerinnen und Bürger wollten am Montag mit Hamburgs Erstem Bürgermeister ins Gespräch kommen. Für Tschentscher ist das Leben im Alter wichtiges Thema. Neben der Pflege oder alltäglichen Hilfen, müssen Quartiere so organisiert sein, dass sie auch für Ältere alles bieten, vom Einkauf, über den Arzt bis zum Park. Zudem brauche es mehr Wohnprojekte für Senioren. Die Pflegeberufe müssten zudem wieder attraktiver werden.

Grundsteuer

Auch die Grundsteuer und Nebenkosten wurden angesprochen. So fordert das Bundesverfassungsgericht eine Grundsteuer-Reform. Hier ist Tschentscher für eine Flächensteuer, die sich an der Größe der Grundstücks- und Gebäudefläche orientiert. Der Rückkauf der Fernwärme durch die Stadt verhindere künftig eine Kostenexplosion für Mieter. „Ich bin mir sicher, dass wir Hamburg zu einer wachsenden Stadt machen, in der es grüner und attraktiver wird und wo sich alle das Leben erlauben können,“ so die Abschlussbotschaft. Danach sprach der Bürgermeister noch mit den Bürgern, die ihr Anliegen in der großen Runde nicht vortragen konnten.    ngo

Ein ausführliches Interview mit Bürgermeister Tschentscher erscheint kommende Woche.

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