Jung geblieben Wenn Uwe Seeler erzählt, hören alle gern zu. Foto: kk

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Ein Heimspiel in Niendorf

Fußballidol Uwe Seeler bot Schülern eine unterhaltsame Zeitreise

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Er wurde umringt wie früher nach gewonnenen Spielen. Uwe Seelers Besuch in der Stadtteilschule Niendorf war ja auch ein Gewinn für alle, die den Abend erlebt haben.

Erst nach unzähligen Fragen, Fotos und Autogrammen – auf Baseball Caps, Hausaufgabenheften und HSV-Trikots – durfte die Fußball-Legende Feierabend machen. Sichtlich wohl fühlte sich „ Uns Uwe“ in der Aula der Stadtteilschule Niendorf, wo ihn der Sportprojektkurs „Bewegung“ mit einer Filmcollage seiner größten Erfolge und gemütlichen Sofas empfing.

„Ich antworte auf fast alles“, versprach er. Und wurde prompt mit Fragen konfrontiert, die erwachsene Journalisten so wohl noch nicht gestellt hätten: „Haben Sie ein Haustier?“ zum Beispiel. Hunde spielten in der Familie Seeler immer eine Rolle. Heute hat der 82-Jährige aber keine eigenen mehr.  Auch auf seine Hobbys, Golf und Tennis, muss er nach seinem Autounfall vor sechs Jahren leider verzichten.

„Alter ist nichts für Feiglinge“, sagte Uwe Seeler. „Aber das ist Fußball auch nicht“, meinte er und erzählte davon, wie er früher „von drei Mann bearbeitet wurde.“ Manchmal habe er seinen Gegenspielern dann gesagt, dass sie ihre Bemühungen einstellen könnten, „ich komme eh immer wieder“ – das habe geholfen.

Wiedergekommen ist er auch als erster aktiver Fußballer nach einem Achillessehnenriss. Dass Profi-Fußballer damals ein Nebenjob war, für den es „ein gutes Beigeld“ gab, ist heute schwer vorstellbar. Seeler wiederum wunderte sich eher darüber, dass bei den aktuell sehr hohen Gehältern oft „das Verhältnis Preis/Leistung nicht stimmt“.

„Gib doch den Ball zu Uwe Seeler und du machst niemals einen Fehler“: Den Bill-Ramsey-Song aus den Sechzigern hörte das Publikum in Niendorf an diesem Abend größtenteils zum ersten Mal. Dass Uwe Seeler auf dem Platz kaum patzte, war nach mehr als 400 Toren für den HSV und 43 für den DFB allerdings längst legendär. Wichtiger war ihm nur, privat alles richtig zu machen. Es ist ihm offenbar gelungen: Im kommenden Jahr feiert Uwe Seeler mit seiner Ehefrau Ilka den 60. Hochzeitstag. „Wenn Sie mich jetzt erstmal nicht sehen, dann ist das, weil ich den Diamanten suche“, scherzte Seeler. kk

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