Veloroute 3 Radfahrer in der Paul-Sorge-Straße werden nach der Umgestaltung im kommenden Jahr künftig auf der Fahrbahn und nicht mehr auf dem Gehweg fahren Fotos: ngo

Veloroute 3 Radfahrer in der Paul-Sorge-Straße werden nach der Umgestaltung im kommenden Jahr künftig auf der Fahrbahn und nicht mehr auf dem Gehweg fahren Fotos: ngo

Veloroute 3 in Niendorf

Das passiert auf der Paul-Sorge-Straße

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Hamburg soll bis 2020 Fahrradstadt werden. Die Veloroute 3, eine von 14 stadtweiten Routen, soll auch durch die Paul-Sorge- Straße in Niendorf führen.

Thorsten Rösch vom Bezirksamt Eimsbüttel stellte den Umgestaltungsplan für den 1,9 Kilometer langen Abschnitt zwischen Niendorf und Niendorf Nord in der Stadtteilschule Niendorf vor. Gleich zu Beginn kam Unmut unter den 200 Besuchern auf, als sie hörten, dass es keine Bürgerbeteiligung gibt (Umfrage dazu S. 12). Die wichtigsten baulichen Änderungen im Überblick:

Schutzstreifen: Der Radverkehr zwischen Nordalbingerweg und An der Lohe wird vom Gehweg auf die Straße verlegt. Der künftig 1,50 Meter breite Schutzstreifen auf der Fahrbahn ist der Radweg.

Autoverkehr: Autofahrer dürfen die gestrichelte Markierung nur überfahren, wenn sie ausweichen müssen und keine Radfahrer gefährden. Die Breite der Fahrbahn für den Kfz-Verkehr wird fünf Meter betragen.

Linksabbiegestreifen

Linksabbiegestreifen

Linksabbieger: An den größeren Kreuzungen sind für Radfahrer, die links abbiegen, Warteflächen geplant. Am Krähenweg vor der Stadtteilschule bleibt die Kfz- Linksabbiegespur, am Schippelsweg entfällt sie.

Parkbuchten geplant

Parkbuchten geplant

Parken: Autos dürfen nicht mehr wechselseitig am Fahrbahnrand parken. Stattdessen werden Parkbuchten mit einem 50-Zentimeter breiten Sicherheitsabstand zum Fahrrad-Schutzstreifen gebaut. Durch die Neuordnung sinkt die Zahl der Parkplätze von 127 auf 110. Die Parkplätze in der Nebenfahrbahn, Höhe Stadtteilschule, bleiben erhalten.

Mehr Fahrradparkplätze

Mehr Fahrradparkplätze

Fahrradparkplätze: Es wird mehr Abstellmöglichkeiten im Bereich der U-Bahnstationen geben. Zwei StadtRad-Stationen (Höhe Seesrein und U-Bahn Schippelsweg) werden installiert.

Barrierefreie Gehwege: Die durchschnittlich 1,25 Meter breiten Gehwege werden durch den Wegfall der Radwege mindestens 1,90 Meter breit. Der Grandbelag zwischen den Grundstücksgrenzen und dem Gehweg wird durch Platten ersetzt. Die Ampeln erhalten akustische Signale für sehbehinderte Menschen.

Baumfällungen: Von 67 Bäumen entlang der Route werden acht Bäume gefällt. Dafür sind neun Neupflanzungen geplant.

Baustart/Kosten: Geplanter Baubeginn ist Juni 2019. Geplante Baukosten betragen 3,5 Millionen Euro. ngo

 

Infos im Netz

Alle Infos vom Bezirksamt Eimsbüttel zur Veloroute 3 in der Paul-Sorge-Straße unter Kurz-URL bit.ly/2EiYI0r; Bürger-Anmerkungen per Mail: paulsorgestrasse@veloroute- eimsbuettel.info

 

Die Fragen der Anwohner und Bürger und was Niendorfer zum Umbau sagen

Sind Enteignungen der betroffenen Grundstücke geplant? Dürfen Kinder mit ihrem Fahrrad auf den Gehweg? Die wichtigsten Fragen der Niendorfer zur geplanten Veloroute zwischen Niendorf Markt und Niendorf Nord und die Antworten vom Bezirksamt Eimsbüttel und dem Polizeikommissariat 24.

 

Anliegerkosten/Enteignung: Anlieger werden an den Baukosten nicht beteiligt. Es wird keine Enteignung geben. Bei Bedarf müssen für den neuen Gehweg Hecken an den Grundstücksgrenzen zurück geschnitten werden. Die Kosten trägt der Anlieger.

Kinder: Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen auf Gehwegen Fahrradfahren. Kinder bis zum 10. Lebensjahr dürfen auf Gehwege. Eltern können die Kinder auf dem Gehweg begleiten.

Gehweg: Radverkehr ist Fahrverkehr. Radfahrer können laut Polizei auf dem Fahrstreifen an haltenden Fahrzeugen vorbei fahren. Der Gehweg ist für den Fußverkehr. Radfahrern auf dem Gehweg droht ein Bußgeld.

Tempo-30-Zone: Tempo 30 im gesamten Abschnitt wird seitens der Polizei abgelehnt. Die bestehende 30er-Zone vor der Schule bleibt.

Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn werden durch eine gestrichelte Linie von der restlichen Fahrspur getrennt Foto: ngo

Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn werden durch eine gestrichelte Linie von der restlichen Fahrspur getrennt Foto: ngo

Parken auf Schutzstreifen: Autos dürfen nicht auf den Schutzstreifen parken. Der Schutzstreifen ist auch keine Ladezone. Ein Halten ist laut Polizei für maximal drei Minuten zulässig.

Überholen: Grundsätzlich sollte der Überholabstand von Autos zu Radfahrern 1,5 bis 2 Meter betragen.

Vollsperrung: Der Umbau soll in Teilabschnitten erfolgen, auch halbseitiges Bauen ist möglich. Anwohner werden vorab informiert.

Verkehrszählung: An Werktagen fahren 6500 Fahrzeuge durch die Paul-Sorge-Straße. Zu Spitzenzeiten sind es 650 Fahrzeuge pro Stunde. Der Anteil der Lkw liegt bei rund  1,8 Prozent.

Rad-Zählung: Eine Zählung der Radfahrer gab es nicht. Begründung vom Bezirksamt: Die Anzahl der Radfahrer sei kein Kriterium bei der Entscheidung über Radfahrwege. Es zählten das Kfz-Verkehrsaufkommen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Radweg zum Tibarg: Der Bereich An der Lohe bis Wendlohstraße ist Teil der Tempo-30-Zone. Der noch vorhandene Radweg wird zurückgebaut. Radfahrer fahren auf der Fahrbahn.

Verbindung: Die Radführung auf der Kollaustraße zwischen Niendorfer Marktplatz und Niendorfer Straße (Teil der Veloroute 3) ist derzeit Teil einer Machbarkeitsstudie. Ergebnisse bis Ende 2018. ngo

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